Eine „Spielwiese“ der Künstlichen Intelligenz

Linzer Ars Electronica Center eröffnet in der zweiten Runde seiner Neugestaltung drei weitere liebevoll gestaltete Ausstellungen

Es regnet auf Steine: „Mirages & miracles“ bietet einen künstlerischen Zugang zum Thema, der auch optisch zu beeindrucken weiß.
Es regnet auf Steine: „Mirages & miracles“ bietet einen künstlerischen Zugang zum Thema, der auch optisch zu beeindrucken weiß. © Ars Electronica/Robert Bauernhansl

Von Andreas Huber

„Die zweite große Eröffnungsetappe des neuen Ars Electronica Center feiert die Neugierde, Fantasie und Kreativität des Menschen“, sagte Gerfried Stocker, Künstlerischer Leiter des AEC, gestern beim Presserundgang, dem auch Bürgermeister Klaus Luger und Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer beiwohnten. Dieser zweite Teil der insgesamt vier Millionen Euro teuren Investition in die neue Dauerausstellung „Compass – Navigating the Future“ ist dabei in drei Ausstellungsbereiche gegliedert.

Den jüngsten in der Gesellschaft gebührt der erste, hellste und zugleich freundlichste Bereich des oberen AEC: „Im Kinderforschungslabor können unsere jüngsten und neugierigsten Besucher Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) spielerisch ausprobieren“, erklärte Stocker. Immer wieder wird dieser Bereich auch als „Spielwiese“ bezeichnet. Und der Name passt auch: Mittels KI kann man hier etwa Musik komponieren, klitzekleine Roboter programmieren und steuern und Lebensformen unter einem Mikroskop entdecken.

Die „Augmented Reality Sandbox“ ist dabei besonders liebevoll gestaltet: Sie erweitert einen herkömmlichen Sandkasten um 3D-Visualisierungen, dabei werden auf Sandhaufen in Echtzeit topografische Höhenlinien projiziert – inklusive simulierter Wasserflächen.

„Animaker“ erweckt Lego-Tiere virtuell zum Leben

Bei der Bau- und Scan-Station „Animaker“ können Kinder aus Lego-Bausteinen zunächst Tiere und andere Kreaturen bauen; diese werden dann eingescannt und mittels KI, welche die gebauten Tiere korrekt erkennt, in einer virtuellen Umgebung „zum Leben erweckt“.

Gleich nebenan im ersten Stock zelebriert man mit der Ausstellung „Mirages & miracles“ Augmented Reality auf künstlerische, magische, poetische und ungeheuer einnehmende Art und Weise. Das französische Künstlerduo Adrien M & Claire B nimmt sich dabei dem Thema „Steine“ an: Sobald man die – im äußerst ästhetisch designten Kunstraum – drapierten Bilder und Objekte durch die Kamera eines Tablets betrachtet, erwachen sie dabei aus ihrem Schlaf. Plötzlich tanzen da kleine Figuren anmutig über kunstvoll gelegte Reihen von Steinen hinweg – um nur eine Installation unter den vielen zu nennen. Definitiv ein Bereich, in dem man für längere Zeit verweilen könnte.

„Artificial Intelligence meets Music“ (kurz: AI x Music) im zweiten Obergeschoß nimmt die Besucher schließlich mit auf eine Zeitreise vom Bagdad des 9. Jahrhunderts mit der ältesten frei programmierbaren Maschine bis zum „Bösendorfer 290 Imperial CEUS“, der auf ihm gespielte Musikstücke aufnehmen und reproduzieren kann.

Durchaus anschaulichen Musikunterricht bieten im zweiten Stock auch ein Walzenklavier und ein Flötenspiel aus der Mechanischen Klangfabrik Haslach, die Instrumente „Seamoons“ und „Mr. Knocky“ des Japaners Maywa Denki und Moritz Simon Geists „Making Techno with Music Robots“.

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