„Einer der größten Filmemacher, den die Welt je hatte“

    Regisseur & Oscar-Preisträger Milos Forman („Einer flog über das Kuckucksnest“) mit 86 Jahren verstorben

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    Der Schöpfer von „Amadeus“, Milos Forman, ist tot.
    Der Schöpfer von „Amadeus“, Milos Forman, ist tot. © AFP/M. Bureau

    „Das einzige, was niemals alt wird, ist der Humor“, sagte Milos Forman bei seinem letzten Besuch in Tschechien im Jahr 2009. Der im mittelböhmischen Caslav (Tschaslau) geborene Forman ist am Freitag mit 86 Jahren gestorben. Nach der blutigen Niederschlagung des Prager Frühling im August 1968 war er ins Exil in die USA gegangen. Später wurde er unter anderem mit Regie-Oscars für „Einer flog über das Kuckucksnest“ und „Amadeus“ ausgezeichnet. Forman war ein Ausnahmeregisseur, schon sein erstes Hollywood-Projekt „Taking Off“ wurde in Cannes ausgezeichnet.

    Forman wurde 1932 geboren. Er war acht Jahre alt, als seine Eltern von der Gestapo verhaftet wurden, beide kamen in Konzentrationslagern ums Leben. An der Prager Filmakademie lernte Forman sein Handwerk. Mit Filmsatiren wie „Die Liebe einer Blondine“ (1965) und „Der Feuerwehrball“ (1967) zählte er zu den Vorreitern der experimentierfreudigen Neuen Welle des tschechoslowakischen Films.

    Bei der Oscar-Verleihung im März 1976 setzte sich Forman gegen Star-Regisseure wie Robert Altman, Federico Fellini und Stanley Kubrick durch. Sein Psychodrama „Einer flog über das Kuckucksnest“ gewann fünf Oscars, darunter „Bester Film“und „Bester Schauspieler“für Jack Nicholson. Mit der Mozart-Biografie „Amadeus“ (1984) besiegelte er seinen Erfolg in Hollywood. Der Film, der das Musik-Genie in einem neuen, nicht nur freundlichen Licht zeigt, gewann acht Oscars. Forman, der zweimal Vater von Zwillingssöhnen war, lebte zuletzt mit seiner dritten Ehefrau und den jüngeren Söhnen im US-Staat Connecticut.

    Der tschechische Filmregisseur Jan Hrebejk beschrieb Forman in einer Reaktion auf dessen Tod als „größten Filmemacher, den dieses Land je hatte, und einen der größten, den die Welt je hatte“.