Verteidigungsministerin Tanner mit Massentests zufrieden

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) hat sich am Samstag über den bisherigen Verlauf der Corona-Massentests zufrieden gezeigt. „Ich bin froh bestätigen zu können, dass die Tests gut laufen“, sagte sie in einer Aussendung. „Rund 200.000 Menschen haben sich bereits testen lassen und bei hunderten Menschen hat der Antigen-Test positiv angeschlagen.“ Laut Med Uni Wien-Vizerektor Oswald Wagner könnten davon bis zu 50 Prozent mittels des genaueren PCR-Tests negativ werden.

Unterdessen zeigt sich, dass es bisher kaum positive Tests gibt. So wurden etwa in Vorarlberg bis Samstagnachmittag 82.533 Tests durchgeführt. Davon erbrachten 322 Tests (0,39 Prozent) ein positives Ergebnis. In Tirol gibt es bisher knapp 111.400 Tests, 318 Corona-Positive wurden identifiziert. Die Betroffenen werden nun einem PCR-Test unterzogen.

„Laut Experten ist davon auszugehen, dass bei rund einem Drittel bis zur Hälfte der positiven Ersttests Entwarnung gegeben werden kann“, erläuterte auch die Verteidigungsministerin. „Wir konnten so bereits etliche Menschen rechtzeitig in Isolation schicken, die ohne diese Massentests nicht gewusst hätten, dass sie positiv sind. Damit wurden an einem Tag bereits hunderte Infektionsketten unterbrochen“, zeigte sich Tanner überzeugt.

Oswald Wagner hält die Schnelltests für absolut sinnvoll. Er verwies auch auf den US-Starvirologen Anthony Fauci, der eine Lanze für Schnelltests gebrochen hatte, indem er meinte, man möge das Perfekte, also den PCR-Test, nicht den Feind des Guten, nämlich des Schnelltests, sein lassen. Denn die Geschwindigkeit sei noch wichtiger als die Sensitivität, um infektiöse Personen rasch isolieren zu können, findet Wagner, Leiter des klinischen Instituts für Labormedizin am Wiener Allgemeinen Krankenhaus. Sehr dafür sei er aber, dass mittels PCR nachgetestet werde.

Das hat seinen guten Grund. Denn wie Wagner betont, könne bei den aktuell niedrigen Fallzahlen in vielleicht bis zur Hälfte der Fälle nach einem ursprünglich positiven Test Entwarnung gegeben werden. Was die sogenannten falsch negativen Schnelltests angeht, verweist er darauf, dass diese in den meisten Fällen bei jenen Personen nicht anschlagen, die die Infektion bereits hinter sich haben bzw. nicht mehr ansteckend sind. Einzelne infektiöse Personen werde man aber übersehen, konzediert der Vizerektor, der jedoch davon ausgeht, dass 90 Prozent der Fälle mit den Schnelltests erkannt werden.

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Ideal wäre für Wagner, wenn die Tests wiederholt werden, wie dies von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Vorabend auch zugesichert worden war. Der Experte setzt hier auf die von SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner am Freitag ins Spiel gebrachten Heimtests, die vermutlich bis Jänner auf den Markt kommen werden. Sie können selbst abgenommen werden, da es sich um Speichelproben oder solche vom vorderen Teil der Nase handelt.

Wichtig ist für Wagner, dass möglichst alle Österreicher und Österreicherinnen an diesen Testungen teilnehmen. Bei weiteren Testläufen wäre es aus seiner Sicht sinnvoll „Vergünstigungen“ anzubieten, um die Beteiligung zu erhöhen. Dass dies auch gewisse Restriktionen für jene meinen könnte, die nicht teilnehmen, bejahte Wagner auf Nachfrage.

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