Einladung ins Paradies der leisen Töne

Eröffnungskonzert der Musiktage Mondsee in der Basilika

Das Auryn Quartett am Mondsee
Das Auryn Quartett am Mondsee © Willi Pleschberger

Von Paul Stepanek

Die Musiktage Mondsee feiern ihr dreißigjähriges Bestehen und stellen die Jubiläumssaison unter das Motto „Schubert und Fauré: Meister der leisen Töne“. Der eigentlichen Eröffnung ging am 31. August in der Basilika Mondsee ein Auftakt-Konzert mit Werken der beiden Schirmherren voraus. Als dessen Höhepunkt erklang Gabriel Faurés „Requiem“, das mit einem himmlischen „In Paradisum“ schließt und so — nicht nur metaphorisch — auch ein Gefühl der Einladung ins „Paradies der leisen Töne“ weckt. Den Weg zum Requiem bereiteten Faurés „Tantum Ergo“ und Schuberts „Salve Regina“ sowie dessen berühmtes „Ave Maria“ vor. Die Sopransoli aller drei Werke waren Ellen van Lier anvertraut, die je nach Opus von der Kantorei Mondsee, dem Auryn Quartett, Godelieve Schrama (Harfe), Roberto di Ronza (Kontrabass) und Marco Lemke (Orgel) begleitet wurde. Zur Gestaltung des Hauptwerks, dem die eher transparente Urfassung zugrunde lag, versammelten sich alle bisher Genannten, das Festival Orchester und Bassist Robert Holl; Dirigent Gottfried Holzer-Graf führte das Gesamt–Ensemble zu einer feinen, geradlinig-schlanken Interpretation.

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Der füllige, etwas zum Tremolo neigende Sopran Frau van Liers korrespondierte mit diesem Stil nicht immer; dagegen verlieh ihm Robert Holl in seinen beiden Soli nach kleinen Einstiegsproblemen vor allem im „Libera me“ mächtige dramatische Akzente.

Die Musik verheißt Trost statt Furcht und Tod

Das um die Spitzenmusiker des Auryn Quartetts gruppierte Orchester hielt sich mehr als gut; die hervorragende Kantorei trug das Ihre zum kultivierten Klangerlebnis bei, das vom Bassisten di Ronza und dem Organisten Lemke ideal gestützt wurde. Letzterer entlockte der Chor-Orgel zauberhaft schwebende Töne, die den Grundcharakter dieses „Requiems“ diskret untermalten: Die Musik fließt, voll chromatisch getränkter Harmonik und emotionaler Kraft, dahin und verheißt lichtvollen Trost statt Furcht vor Tod und Gericht. Das „In Paradisum“ verklingt in der Transzendenz leiser Töne … Welch idealer Beginn für eine Konzertreihe!