Einmal und NIE wieder

Selbstversuch: 30 Minuten im geschlossenen Auto bei 30 Grad und praller Sonne.

Text & Foto: Oliver Koch
Es ist 12 Uhr 16. Das Thermometer zeigt 30 Grad, die Sonne brennt vom Himmel. Zeit, den Versuch zu starten. Ich parke den Wagen am Parkplatz, starte die Stoppuhr und der Selbstversuch beginnt. Als konsequenter Sauna-Oben-Sitzer will ich wissen, wie es ist, eine halbe Stunde im geschlossenen Auto auszuharren.
Eine Minute ist rasch vorbei. Der Blick aufs Digital-Thermometer verkündet 34,8 Grad. Leider habe ich vergessen, das Radio einzuschalten. Jetzt muss ich ohne Musik die kommenden 29 Minuten ausharren. Mir ist auch mittlerweile ganz schön warm. Das Auto steht gänzlich in der Sonne, glücklicherweise parkt der Wagen so, dass nur auf mein rechtes Knie die Sonne hinstrahlt. Nutzt aber nicht wirklich was; es wird heißer und heißer. Das Smartphone liegt am Beifahrersitz in der Sonne, auch dieses ist mittlerweile gut warm. Wie lang harre ich hier schon aus? Knapp sechs Minuten. Ich habe bereits einen leichten Schweißfilm, am Thermometer lese ich 41,8 Grad ab. Weitere vier Minuten später sind es bereits 45,6 Grad. Das Schreiben auf dem Block wird langsam mühsam – immer wieder perlen die Tropfen auf das Papier und durchweichen es. Auf dem T-Shirt zeigen sich mehr und mehr nasse Stellen und das Schlimmste ist, es fühlt sich die ganze Situation bedrohlich an. Draußen weht der Wind. Ui, dafür würde ich viel geben! Das muss herrlich sein. Doch nein, ich muss das jetzt einmal durchstehen. Ab und an gehen Leute draußen vorbei, im nahe gelegenen Beisl sitzen ebenfalls Personen. Ein paar sehen mich, zu mir kommt aber niemand, um mich nach meinem Wohlbefinden zu fragen. Das ist mittlerweile nicht mehr so gut. Denn mittlerweile hat es im Innenraum 50 Grad. Diese Marke wurde nach exakt 18 Minuten und 30 Sekunden geknackt. Mittlerweile bin ich klatschnass. Zum Glück habe ich wohlweislich ein Handtuch untergelegt. Das Handy ist brennheiß und gibt dann auch den Geist auf. Mir geht es nicht viel besser. Mittlerweile ist es eine echte Tortur. Wie schlimm muss das erst für Kinder oder Tiere sein, die stundenlang ausharren müssen! Ich möchte es mir gar nicht vorstellen. Ich beiße die Zähne zusammen. Nach 30 Minuten hat es 53,7 Grad im Auto. Ich reiße die Tür auf, dann die Wasserflasche. Ein halber Liter ist im Nu weg. Das war hart. Ich bin fix und fertig. Noch einmal mache ich das nicht mehr!
Was ist nun die Conclusio? Niemals, aber wirklich NIEMALS, jemanden im geschlossenen Auto sitzen lassen. Das ist eine Todesfalle.