Einspruch: Pflegerin muss nun doch vor Gericht

Staatsanwaltschaft Wels erscheint teilbedingte Geldstrafe von 1200 Euro für 53-Jährige als zu niedrig — Prozess am Bezirksgericht Eferding

Judge gavel and money stack on wooden table.
Judge gavel and money stack on wooden table. © markara – stock.adobe.com

Von Heinz Wernitznig

EFERDING/WELS/ALKOVEN — Schlechte Nachricht für jene 53-jährige Pflegerin des Instituts Hartheim in Alkoven (Bez. Eferding), die, wie vom VOLKSBLATT exklusiv berichtet, nach dem Tod eines Bewohners eine nicht rechtskräftige, teilbedingte Geldstrafe von 1200 Euro ausgefasst hatte. Die Staatsanwaltschaft Wels, die gegen die Frau im Mai Strafantrag wegen fahrlässiger Tötung eingebracht hatte, legt Einspruch gegen die Strafverfügung des Bezirksgerichtes Eferding ein. „Uns erscheint die Strafe als zu niedrig“, begründet Birgit Ahamer, Sprecherin der Anklagebehörde, im Gespräch mit dem VOLKSBLATT diesen Schritt. Laut Strafverfügung wurden der Frau die Hälfte der Geldstrafe unter Bestimmung einer Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Für die Pflegerin bedeutet dies, dass der Fall nun am Bezirksgericht verhandelt werden muss.

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53-Jähriger droht eine höhere Strafe

Anlass ist ein Vorfall in der Betreuungseinrichtung vom 14. November 2017. Ein 69-jähriger Bewohner hatte damals tödliche Verbrennungen durch zu heißes Badewasser erlitten. Die für den geistig und körperlich beeinträchtigten Mann mitzuständige 53-Jährige drehte aus Versehen zu heißes Wasser auf, der Senior starb dann zwei Tage später im Krankenhaus.

Der Pflegerin drohen im Falle einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung bis zu einem Jahr Haft bzw. eine Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen.