Eintauchen in eine Vielfalt an Welten

10. Ausgabe des Theater-Festivals schäxpir von 24. bis 30. Juni

„Deep Spaze Maze Game“ von „Das Planetenparty Prinzip/TaO!“ ist ein interaktives Theaterspiel, bei dem das Publikum selbst Entscheidungen fällt.
„Deep Spaze Maze Game“ von „Das Planetenparty Prinzip/TaO!“ ist ein interaktives Theaterspiel, bei dem das Publikum selbst Entscheidungen fällt. © Clemens Nestroy

„Die zehnte Ausgabe von schäxpir, das zu den fünf größten Theaterfestivals für junges Publikum in Europa zählt, ist auch für das Kulturland Oberösterreich etwas Besonderes“, betonte Landeshauptmann Thomas Stelzer am Mittwoch bei der Programmpräsentation zur Jubiläumsausgabe des biennal stattfindenden Festivals. „Von Anfang an hat sich schäxpir dazu entwickelt, wofür unser Land steht, nämlich junge Leute zu inspirieren und für Theater und das kulturelle Leben zu interessieren“, so Stelzer weiter.

20 internationale und 16 nationale Theatergruppen gastieren von 24. bis 30. Juni an insgesamt 15 Spielstätten in der Landeshauptstadt, neben Theaterbühnen etwa auch das Ars Electronica Center. Rund 270 Künstler bringen über 150 Veranstaltungen auf die Bühnen, darunter neun Ur- und 14 österreichische Erstaufführungen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Themen wie Digitalität, Geschlechterrollen oder soziale Verantwortung. Ab dem 1. Geburtstag zählt man zum Zielpublikum des vom Land OÖ mit 900.000 Euro budgetierten Festivals, nach oben hin gibt es keine Altersbeschränkung.

Was im Theater heute alles möglich ist

Das diesjährige Motto lautet „Multiversum. Alles ist echt“ und soll zeigen, was im Theater heute alles möglich sei, so Julia Ransmayr, die gemeinsam mit Sara Ostertag das künstlerische Leitungsteam bildet. Das Publikum erhält bei schäxpir über neue Aufführungsformen wie Virtual Reality und Co. einen Einblick in das Theater der Zukunft und wird miteinbezogen. So kann in „Meet Juliet meet Romeo“ von den Cyberräubern des Theaters der virtuellen Realität mittels Virtual-Reality-Brille die berühmteste aller Liebesgeschichte nicht nur hautnah erlebt, sondern auch gesteuert werden, wem man darin begegnet.

Schäxpir habe dieses Jahr sieben nationale und internationale Koproduktionen „angestiftet“, so Ransmayr, darunter die Auftragsarbeit „Homo Deus Frankenstein“, mit der am 24. Juni in den Linzer Kammerspielen eröffnet wird. Darin wird die Lebensgeschichte eines Computers erzählt. Völlig ohne Menschen kommt die Produktion „Artefakt“ vom Theatre Nouvelle Generation/CDN de Lyon aus: Als Hauptdarsteller agieren ein 3-D-Drucker und ein Roboter. Weitere Höhepunkte bilden etwa „Martin Luther King“ von Urban Myth, „Paradise now (1968-2018)“ von fABULEUS mit der Suche nach Überbleibseln der 1968-Revolte und „Role Model“ von Nicole Beutler Projects/DOX, das die vielen Nuancen des Frauseins zeigt.

Auch heuer gibt es wieder mobile Produktionen. Speziell auf Familien abgestimmt sei das Wochenendprogramm, so Cornelia Lehner von der Festivalleitung, mit dem sich Groß und Klein den ganzen Tag lang theatralisch begeistern lassen können. Die Abendgestaltung wird vom Klub Club mit einem bunten Musikprogramm bestritten. Neu sind die Möglichkeit, Tickets online zu erwerben, und ein Festival-Pass, mit dem 15 Produktionen besucht werden können. mel

www.schaexpir.at

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