Elgar, Barenboim: Sea Pictures — Fallstaff

Das Neueste aus dem CD-Schatz von Maestro Barenboim ist die nach vierzig Jahren mit seiner Staatskapelle Berlin wiederaufgenommene Auseinandersetzung mit Edward Elgars (1857-1934) Werk.

Das Decca-Album entstand im Winter in der Berliner Philharmonie und beinhaltet Elgars „See-Bilder“, einen Liederzyklus für Orchester und Gesang nach Gedichten verschiedener Autoren zum Thema „Meer“.

Der Form nach nicht unbekannt durch Richard Strauss, und inhaltlich zwangsläufig doch völlig verschieden in der musikalischen Beschreibung der Weite des Ozeans. Nächtliche Wellengänge und exotisch gefärbte Szenen erinnern an eine alte Liebesgeschichte im „Land, wo die Korallen blüh’n“. Bezaubernd des Meeres „Schlummerlied“ mit Elina Garancas facettenreicher Mezzostimme.

1913 verliebte sich Elgar in die Shakespeare-Figur „Falstaff“. Eine Traumerfüllung ist daher das vierteilige Werk, eine sinfonische Studie, mit Untertiteln und ein musikalisches Bravourstück, das absolut keine Parallelen erlaubt. Die Wandlung der Figur vom Playboy-Prinzen zum König steht im Vordergrund.

An einzelnen Stellen („Traumintermezzo“) versprüht die Musik durch die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboims Opernaffinität orchesterfeinen Klang. Pianist Barenboim weiß schon, warum man ihm gerne am Dirigentenpult begegnet.

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