Eltern wollen selbst für ihre Kinder entscheiden

Der Familienbund ließ die Österreicher zu ihren Präferenzen befragen

Wahlfreiheit ist bei der Kinderbetreuung das zentrale Thema — das ist das Ergebnis einer gestern vorgestellten GfK-Untersuchung für den Familienbund. Präsident Bernhard Baier sieht dadurch die Forderungen des Familienbundes bestätigt. 80 Prozent der Befragten nannten dabei auch die Familie als erste Bildungseinrichtung. Das Bewusstsein dafür will Baier noch stärken.

4000 Österreicher befragt

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Die Studie hatte das Ziel, herauszufinden, wie die Österreicher in familienpolitischen Fragen ticken, erklärte Baier. Befragt wurden hierzu im Frühjahr gleich 4000 Österreicher über 15 Jahre, mit und ohne Kinder.

Das Thema Wahlfreiheit in der Kinderbetreuung halten 37 Prozent für „sehr wichtig“ und 36 Prozent für „eher wichtig“, erläuterte Paul Unterhuber, der Leiter der Sozial- und Politikforschung der GfK. Die Österreicherinnen (79 Prozent) und Österreicher (68 Prozent) wollen nämlich selbst entscheiden, ob sie alleine ihre Kleinkinder betreuen oder externe Betreuung in Anspruch genommen wird.

Eine verpflichtende Teilnahme an Nachmittagsbetreuung an Schulen wird übrigens abgelehnt — 69 Prozent und damit mehr als zwei Drittel — sind für eine freiwillige Teilnahme. Es brauche das Angebot, forderte Baier, die verschränkte Form der Ganztagsschule sieht er allerdings kritisch und will ein Angebot beider Formen.

Für 80 Prozent ist Familie eine Bildungseinrichtung

Für 80 Prozent der Befragten stellt die Familie die erste Bildungseinrichtung dar. Mit Elternbildung soll das Bewusstsein hierfür auch noch gestärkt werden, erklärte Baier. Er fordert daher, dass Elternbildung im Mutter-Kind-Pass verankert wird. Vorstellbar seien etwa Anreize für Kursbesuche, wobei die Finanzierbarkeit ein großes Thema ist, räumte der Familienbund-Präsident ein.

Die Möglichkeit, sich Karenzzeiten aufzusparen, werde ebenfalls positiv gewertet. Derzeit gebe es diese Möglichkeit bis zum Eintritt in die Schule. Fast die Hälfte der Befragten würde aber die Möglichkeit einer Ausdehnung bis zum 14. Lebensjahr begrüßen. Baier sprach hier etwa von einer „Krisenkarenz“ für besonders herausfordernde Phasen.