Empörung über „Ratten-Gedicht“

Stelzer: Blaue Wortwahl wird „nicht toleriert“ — Kurz: „Abscheulich“

Erhellendes über seinen Blick auf die Welt gibt der Braunauer FPÖ-Vizebürgermeister Christian Schilcher als holprig dichtende „Stadtratte“ von sich — und hat damit jetzt einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Sukkus des „Gedichts“: Migranten würden sich nicht an die hier geltenden Regeln halten.

Die Diktion des „Ratten-Gedichts“ hat umgehend Bundeskanzler Sebastian Kurz und LH Thomas Stelzer — beide ÖVP und in Koalitionen mit der FPÖ — auf den Plan gerufen. „Die getätigte Wortwahl ist abscheulich, menschenverachtend sowie zutiefst rassistisch“ und habe „im ganzen Land nichts verloren“, so Kurz. Er verlangte von der FPÖ Oberösterreich „sofort und unmissverständlich eine Distanzierung und Klarstellung“, eine solche wurde auch von LH Stelzer eingefordert. „In einem weltoffenen Land wie Oberösterreich haben solche Vergleiche keinen Platz und werden auch nicht toleriert“, so der Landeshauptmann.

Rücktrittsaufforderungen in Richtung FPÖ — adressiert an den Braunauer FPÖ-Stadtparteiobmann, aber auch an FPÖ-Landeschef Manfred Haimbuchner — kamen von der SPÖ und den Grünen. Sie orteten im Gedicht Anlehnung an die NS-Propaganda.

Während der Braunauer FPÖ-Chef Hubert Esterbauer gegenüber dem ORF meinte, was Schilcher hier gereimt habe, sei weder Linie der Partei noch seine und es sei über das Ziel hinausgeschossen worden, und Bezirksparteichef David Schießl das Gedicht „unglücklich“ fand, ortete der Verfasser gegenüber den OÖN vorerst „viel Lärm um nichts“ — was die Landes-FPÖ aber nicht so sah. Die „Allegorie von Mensch und Ratte“ sei „geschmacklos und abzulehnen“, so Landesparteisekretär Erwin Schreiner, das Gedicht „ein misslungener Versuch, ein ernstes Thema in Versform aufzuarbeiten“.

Es habe Tendenzen, „die man keinem Interpretationsspielraum überlassen darf“. Die FPÖ Oberösterreich lehne „jeglichen Rassismus oder auch nur Tendenzen dazu“ ab, seitens der Landespartei habe man ein „ernstes und klärendes Gespräch mit dem Autor geführt“. Der wiederum meinte: Er habe provozieren, aber nicht beleidigen wollen.

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