Endlich startet Michelles Behandlung in der Schweiz

Monatelanges banges Warten hat nächste Woche ein Ende

Michelle (l.) mit ihrer kleinen Schwester Alina
Michelle (l.) mit ihrer kleinen Schwester Alina © Privat

Von Michaela Ecklbauer

ZÜRICH/ST. MARIEN – Nach monatelangem bangen Warten ist es jetzt endlich fix. Die Ärzte in Zürich gaben grünes Licht für die Streckbehandlung von Michelle Pfeferle (17). Die tapfere junge Frau aus St. Marien leidet an der Central Core Disease, bei der die Muskeln fast nicht wachsen. In der Folge hat sie über die Jahre eine derart extreme Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose) entwickelt, dass sie nur noch auf der rechten Hüfte sitzen kann. Auch ihre Organe sind durch die Erkrankung bereits extrem in Mitleidenschaft gezogen worden. So beträgt das Lungenvolumen der 23 Kilogramm leichten und 1,50 Zentimeter großen jungen Frau nur noch 24 Prozent.

„Das Gefühl war so irre“

„Das Gefühl heute, wie wir in den Raum kommen und uns acht Ärzte anstarren, die über mich entscheiden, war so irre“, schreibt sie auf Facebook. Und dann kam nach den vielen Enttäuschungen der vergangenen Wochen am Gründonnerstag endlich das Okay für die Behandlung, wegen der die 17-Jährige mit ihrer Mutter Sabrina und ihrer Schwester Alina (7) schon im Herbst 2018 in die Schweiz gereist ist. Denn österreichische Ärzte waren nach etlichen Operationen mit ihrem Latein am Ende.

Grippe gut überstanden

Auch in Zürich lief zunächst nichts nach Plan. Michelle bekam eine echte Grippe (Influenza), die sie aber zum Erstaunen der Mediziner innerhalb einer Woche Krankenhausaufenhalt gut überstanden hat. „Das hat den Ärzten gezeigt, dass sie doch robuster ist, als sie glaubten und war letztlich ausschlaggebend dafür, dass es jetzt los- geht“, schildert ihre Mutter Sabrina Pfeferle dem VOLKSBLATT: „Es ist uns ein Stein vom Herzen gefallen.“

Michelle werden nächste Woche in einem etwa halbstündigen Eingriff in der Schulthessklinik in Lokalanästhesie vier Schrauben in den Kopf gedreht, damit ein Halo-Fixateur befestigt werden kann. Damit soll die Wirbelsäule der 17-Jährigen innerhalb von sechs bis acht Wochen gestreckt werden. Die Ärzte erhoffen sich, dass dadurch ihr Lungenvolumen auf 30 Prozent steigt und auch die Schmerzen im Hüftbereich besser werden. „Ob das gelingt, weiß ich nicht“, sagt ihre Mutter, die aber ebenso wie ihre Tochter froh ist, dass sich nun etwas tut. Michelle muss während der gesamten Behandlung im Spital bleiben. Danach sind mehrere Eingriffe geplant.

Erfreuliches gibt es auch für Alina. Sie darf jetzt zwei Wochen Osterferien bei Papa und Oma zu Hause in Oberösterreich verbringen.

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