Endlich wieder offen!

Nach fast sieben Monaten Zwangspause herrscht in Gastronomie Aufbruchstimmung

Nach monatelanger Zwangspause, freuen sich die Linzer Gastronomen darüber, endlich wieder Gäste bewirten zu dürfen: Im Bild: Katharina Breitfuß (links), Sarah und Florian (oben links), Annika und Johannes (oben rechts) und Josef Gassner (rechts).
Nach monatelanger Zwangspause, freuen sich die Linzer Gastronomen darüber, endlich wieder Gäste bewirten zu dürfen © Röbl

Endlich wieder offen! Die Erleichterung nach der rund sechseinhalbmonatigen Zwangspause war am Mittwoch vielen Wirten und Gastronomen in Linz ins Gesicht geschrieben. Und nicht nur ihnen.

Der Stimmungswandel in der Innenstadt war förmlich spürbar: „Das ganze Stadtbild hat sich geändert, endlich sieht man wieder Tische, Sessel und Bänke und Leute, die nicht nur schnell einmal einkaufen müssen“, freute sich ein Gast im Stieglitz an der Linzer Landstraße über den großen Schritt zurück in die Normalität.

Der auch für die Wirte noch ein wenig ungewohnt war: „Ein bisserl Kribbeln im Magen ist schon dabei“, sagt die Gastronomin Katharina Breitfuß, die gemeinsam mit ihrem Mann Michael das Cafe „Glockenspiel“ am Linzer Hauptplatz betreibt. „Mir kommt es fast wie ein Neubeginn vor. Da ist man schon ein wenig aufgeregt, ob alles wieder passt.“

Die Sorge war unbegründet. Sogar das Wetter hat zumindest am Vormittag – entgegen der Vorhersagen – gepasst. Obwohl Regenwetter angekündigt war, ließen sich, dem erfreulichen Anlass entsprechend, sogar ein paar Sonnenstrahlen blicken.

Verdienter Schluck nach langer Abstinenz

Was viele Gäste gleich für einen ersten, für viele noch ungewohnten Besuch im Gastgarten nutzten. Monate-

lang habe er kein Bier getrunken, erzählt ein älterer Herr. Am Mittwoch ließ er sich dafür schon am Vormittag eins schmecken. „Das hab ich mir jetzt aber wirklich verdient!“

Auch Josef Gassner, Chef im Klosterhof, wollte diesen Augenblick mit einer frisch gezapften Köstlichkeit genießen: „Man glaubt ja kaum, wie gut so ein frisches Fassbier schmecken kann“, schmunzelt er im Gespräch mit dem VOLKSBLATT. Die letzten Monate seien jedenfalls zäh gewesen, so der erfahrene Gastronom.

Man habe sie genutzt, um allerlei fällige Reparaturarbeiten und andere anfallende Kleinigkeiten zu erledigen. Positive Begleiterscheinung: So gut in Schuss habe sich der Traditionsbetrieb wahrscheinlich noch nie präsentiert. Auch die Natur hat mitgeholfen. Das Blätterdach im Gastgarten könnte nicht schöner sein. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen. „Wir sind jedenfalls bestens ausgeruht und freuen uns, dass jetzt wieder das normale Leben anfängt.“

Personal konnte gehalten werden

Glücklicherweise habe man das Personal halten können, so Gassner. Keine leichte Sache bei 65 Mitarbeitern. „Ohne Kurzarbeitszeitregelung wäre es nicht gegangen“, sagt Gassner, der trotzdem starke Einbußen verkraften muss. „Wir haben im Klosterhof erst im vergangenen Juni neu begonnen und damit auch keinen Umsatz-Ersatz erhalten.“ Seine anderen Betriebe hätten ihn vor einem wirtschaftlichen Schiffbruch bewahrt: „Wäre ich ein Jungunternehmer und das hier mein einziger Betrieb, dann müsste ich wahrscheinlich zusperren“, so Gassner, der auch in Salzburg mehrere Gastronomiebetriebe leitet.

Erstmals aufgesperrt hat am Mittwoch die Gastronomie im neu gestalteten Einkaufszentrum „Linzerie“: Die Freude dort war spürbar. „Endlich wieder Gäste bewirten dürfen und das tun, wofür man geschaffen ist“, hat die aus München kommende Annika den Tag bereits herbei gesehnt.

Auch Sarah und Florian vom „Extrablatt“ auf der Spittelwiese konnten es kaum noch erwarten, nach erzwungener Untätigkeit wieder einmal Gäste bewirten zu dürfen. Auch wenn es aufgrund der Abstandsregeln jetzt nur noch halb so viele sind, wie normalerweise Platz finden würden. „Hauptsache, es geht wieder los!“

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