„Endspiel“ um Platz sieben zwischen Austria und Hartberg

Die Wiener Austria ist in der Qualifikationsgruppe der Fußball-Bundesliga in ihren Bemühungen um einen Platz im Europacup-Play-off voll gefordert. Das Heimspiel gegen den TSV Hartberg am Dienstagabend (20.30 Uhr) mutiert für die Wiener zum vorgezogenen „Endspiel“ um Platz sieben. Zuvor (18.30 Uhr) muss St. Pölten gegen Altach gewinnen, um die Chancen auf den Klassenerhalt zu wahren. Zeitgleich empfängt Ried die Admira.

Drei Zähler liegt Hartberg an der Spitze der Qualifikationsgruppe drei Runden vor Saisonende vor der Austria. Die Papierform spricht vor der Partie am Verteilerkreis für die Steirer. Hartberg hat nicht nur das Duell im Play-off um das letzte Europacup-Ticket im Vorjahr für sich entschieden, sondern der Austria auch drei Liga-Niederlagen in dieser Saison zugefügt. Einzig im Cup blieben die Wiener erfolgreich (5:3). Was Hartberg entgegenkommt: Die Steirer können, aber sie müssen nicht. Bei einem Sieg dürfte für sie Platz sieben einzementiert sein, bei einem Remis schaut es ebenfalls gut aus.

„Ich glaube, dass wir die bessere Ausgangsposition haben, das Spiel an sich aber alles zulässt. Was uns erwartet, ist eine Austria, die große Ambitionen hat, Erster in der Qualifikationsgruppe zu werden“, meinte Hartberg-Trainer Markus Schopp. Hartberg wolle den Platz aber verteidigen. „Daher gehe ich davon aus, dass uns ein anderes Spiel erwartet wie in den letzten Wochen und dementsprechend freuen wir uns auf das Spiel“, sagte der TSV-Coach, bei dem aufgrund der destruktiven Spielweise der jüngsten Gegner leichter Ärger sichtbar war.

Dass Schopp die Austria vor dem Aufeinandertreffen als weiter interessante Adresse einstufte, wirbelte in Hartberg ein wenig Staub auf. „Jeder in Österreich tätige Trainer, der sagt, die Austria ist für ihn kein Thema, würde lügen“, sagte der 47-Jährige im Sky-Interview. Sein Vertrag bei den Hartbergern endet mit Saisonende. Die Gespräche laufen. Die Austria will in den kommenden zwei Wochen in der Trainerfrage Klarheit schaffen.

Wer bei den Wienern am Dienstag an der Seitenlinie stehen wird, war vorerst unklar. Der zuletzt mit dem Coronavirus infizierte Stöger konnte sich am Montagnachmittag „freitesten“. Beim Medientermin vor der Partie war Jochen Fallmann dabei. Der schon in Altach hauptverantwortliche Assistenzcoach erwartete nach der Vorstellung beim 1:2 in Altach „eine Reaktion der Mannschaft“. „Wir gehen immer ins Spiel rein, um es zu gewinnen, morgen ist die Ausgangslage noch ein Stück klarer“, meinte Fallmann mit Blick auf die Tabelle. Das Play-off-Duell Siebenter gegen Achter wird in einem Spiel entschieden, am 24. Mai dürfen beim Heimteam auch Zuschauer ins Stadion.

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Während der SKN St. Pölten in Kooperation mit dem deutschen Bundesligisten VfL Wolfsburg von einer besseren Zukunft träumt, geht in der Realität die Abstiegsangst an der Traisen um. Für die heuer zahnlosen „Wölfe“ wird der Heimauftritt gegen Altach am Dienstag zum „Muss-Sieg“, soll die Hoffnung auf den Klassenverbleib im Oberhaus gewahrt bleiben. Die Vorarlberger wären bei einem Remis endgültig gerettet.

„Gegen Altach ist es eines der Endspiele, die wir haben“, sagte St.-Pölten-Trainer Gerald Baumgartner am Montag. Zur sportlichen Misere – elf Runden ist der SKN bereits sieglos, in den vergangenen 19 gab es nur einen Sieg – gesellt sich nun auch Verletzungspech.

Michael Steinwender erhielt nach seinem folgenschweren Zusammenstoß mit Torhüter Christoph Riegler eine Kopfverletzung und eine Woche Trainingsverbot. Luan fällt mit einer Bänderverletzung im Knöchel länger aus, Michael Blauensteiner mit einer Knieverletzung. Daniel Luxbacher plagen Adduktorenprobleme, der Mittelfeldspieler ist fraglich. Baumgartner sieht das auch als Chance. „Wir haben viele Positionen in der Mannschaft, die wir neu besetzen müssen. Aber der positive Effekt ist, dass viele Spieler ausgerastet sind. Wir können voller Energie und Power spielen, das wollen wir morgen sehen“, meinte er.

Altachs Damir Canadi wollte die Situation in Niederösterreich nicht näher kommentieren. „St. Pölten wittert die letzte Chance, in der Liga zu bleiben. Darauf müssen wir uns einstellen“, meinte der Wiener. „Wir haben es in der eigenen Hand. Auch wenn das morgen nicht klappen sollte, was wir nicht hoffen, haben wir es immer noch in der eigenen Hand. Wir haben jetzt drei Matchbälle und wollen natürlich den ersten nutzen“, sagte Canadi.

Die SV Ried ist nach sieben Runden in der Qualifikationsgruppe nach wie vor ungeschlagen und könnte sich aufgrund des Trends der vergangenen Spiele eigentlich nach oben orientieren. Ganz oben in der Prioritätenliste steht für Trainer Andreas Heraf jedoch zunächst das Thema Klassenerhalt. „Rechnerisch haben wir es noch nicht geschafft“, sagte der Wiener vor dem Heimmatch gegen die Admira. Die möchte ebenfalls die Liga ohne den Umweg der Relegation halten. Aktuell liegt Ried fünf Punkte hinter dem TSV Hartberg und nur zwei hinter der Austria.

„Solange wir noch nicht zu hundert Prozent gerettet sind, bleibt mein Blick aber nach unten gerichtet“, betonte Heraf. „Wir haben jetzt noch drei Endspiele und ich hoffe, dass wir es im nächsten Spiel erledigen können.“ Ein Punkt gegen die elftplatzierten Südstädter würde Ried schon reichen.

Die Admira liegt ihrerseits fünf Zähler vor dem Schlusslicht St. Pölten.Auch für das Team aus dem Wiener Speckgürtel könnte der Verbleib im Oberhaus – mit Schützenhilfe aus Altach – schon am Dienstag feststehen. „Der Plan heißt, dass wir Punkte hamstern wollen, die im Kampf um den Klassenerhalt helfen. Je mehr wir hamstern, desto mehr würde uns das helfen“, stellte Admira-Coach Klaus Schmidt klar. Verzichten muss der Cheftrainer auf Emanuel Aiwu, der gegen St. Pölten seine fünfte Gelbe Karte kassierte. „Da muss man was auf die Welt bringen“, wusste Schmidt, dass die Aufgabe, den Abwehrspieler zu ersetzen, keine einfache wird.

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