Energetiker-Branche auf Gold-Kurs

Fachgruppenobmann Michael Stingeder sieht nach Causa KH Nord Chance für die 18.000 Betriebe

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Fachverbandsobmann Michael Stingeder
Fachverbandsobmann Michael Stingeder © Cityfoto

Von Oliver Koch

95.000 Euro für einen Schutzkreis rund um das Krankenhaus Wien Nord. Diese Meldung ging kürzlich österreichweit durch die Medien und brachte damit auch die Branche der Energetiker wieder in das Licht der Öffentlichkeit. „Dass dies kein glücklicher Fall für uns ist, ist natürlich klar. Aber man muss sagen, dass der absolut überwiegende Teil unserer Mitglieder hochgradig seriös arbeitet“, so der Gallneukirchner Michael Stingeder, Fachverbandsobmann der persönlichen Dienstleister, zu dem auch die 18.000 Energetiker österreichweit gehören zum VOLKSBLATT.

Zertifikate in Bronze, Silber und Gold

Der betreffende Energetiker habe nicht einmal einen Gewerbeschein, „aber wir haben entsprechende Ethik- und Standesregeln“ erarbeitet. Dabei verleiht die Wirtschaftskammer Zertifikate, je nach Umfang in Bronze, Silber oder Gold. Bei der Human-Energetik gebe es ein Zertifizierungsprogramm bereits. Bei der Raum-Energetik „sind wir gerade dran, eines zu implementieren“. Stingeder hofft, diese „freiwillige Qualitätsmaßnahme bis Jahresende“ umgesetzt zu haben. Konsequenzen gebe es zwar nicht, „aber wir weisen darauf hin. Wir sind ja ein Aufklärungsorgan“. Diese Zertifizierungsmaßnahme sei ja „auch ein Selbstschutz“.

50 bis 75 Euro pro Stunde

Doch dieser Bewusstseinsbildungsprozess dauere auch seine Zeit. „Dieser Vorfall aus Wien treibt uns ja noch mehr an, diese Maßnahme so schnell wie möglich zu finalisieren“, sagt Stingeder. Schließlich gehe es auch darum, das Niveau zu heben für den überwiegenden Teil der Mitglieder „die eben seriös arbeiten und nicht negativ in der Zeitung stehen“.

Der Stundensatz betrage bei den persönlichen Energetikern zwischen „50 und 75 Euro“, dass „man davon leben kann“. Denn: Nur etwa 300 der 4000 oberösterreichischen Energetiker würden dies hauptberuflich anbieten. Einen Erfolgsnachweis könne es nicht geben, „da es ja um das persönliche Befinden geht“. Man wisse jedoch, dass Gebäude, die nach dem Feng-Shui-Prinzip gebaut sind, „sehr wohl etwas bewirken“. Das könne mit Lichteinflüssen oder Formen zu tun haben – „und das kann durchaus ein Erfolgsgarant sein“.

Wachsende Nachfrage

Prinzipiell sei das Geschäft wachsend, speziell bei der Raum-Energetik, wo es seit dem Jahr 2001 starke Wachstumsraten gebe. „Viele Firmen ziehen uns hier hinzu. Darum sind mir auch die Standesregeln so wichtig, weil hier auch die Transparenz essenziell ist.“