Entlaufener Pitbull ging auf Kinder los: Zwölfjähriger schwer verletzt

In Rücken, Nacken und Beine gebissen — Bub auf Intensivstation

a brown pit bull plays run
a brown pit bull plays run © Symbolfoto: Evdoha - stock.adobe.com

OTTENSHEIM — Ein Pitbull-Mischling hat Mittwochnachmittag in Ottensheim (Bez. Urfahr-Umgebung) einen Zwölfjährigen angefallen und ihn mit Bissen in Rücken, Nacken und den Beinen schwer verletzt. Der Vierbeiner war offenbar durch ein Gartentor in den angrenzenden Wald gelaufen.

Aus Garten entkommen

Der Pitbull-Mischling gehört einem 21-Jährigen aus Feldkirchen. Er war in Ottensheim zu Besuch bei einer Freundin, die ebenfalls einen Hund hat. Die Tiere spielten im Garten und dürften in einem unbeaufsichtigten Moment entwischt sein. Im Wald gingen der Bub und seine Schwester (9) mit ihrem Hund spazieren.

Die Kinder flüchteten, der Bub in den Wald, das Mädchen nach Hause. Sie alarmierte ihren Großvater, der sich mit dem Vater auf die Suche nach dem Buben machte. Sie fanden ihn schwer verletzt am Waldrand und konnten den Hund nur mit Mühe vertreiben. Dabei wurde auch der Opa gebissen und leicht verletzt.

In künstlichem Tiefschlaf

Der Schüler musste vom Notarztteam erstversorgt und in die Linzer Uniklinik eingeliefert werden. Er wurde auf der Kinder-Intensivstation in ein künstliches Koma gelegt. Sein Zustand sei stabil, es bestehe keine Lebensgefahr, hieß es aus dem Spital.

Der Pitbull-Mischling befindet sich derzeit weiter bei seinem Halter. Auf den Mann kommen nun zumindest eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung bzw. ein Strafverfahren nach dem Hundehaltergesetz zu, wie die Bezirkshauptmann-Stv. Claudia Handlbauer sagt. Zudem werden dem Halter Auflagen zu erteilen sein.

Schon einmal zugebissen

Feldkirchens Bürgermeister Franz Allerstorfer zeigte sich gestern bestürzt und hat dem Halter „ganz gravierende Maßnahmen“ angekündigt. Zumal es mit dem Tier, das erst seit etwa einem Monat bei dem Mann lebt, bereits einmal zu Problemen gekommen war: „Ja, er hat schon einmal zugebissen“, so der Ortschef. Er vermute, dass der 21-Jährige mit der Haltung des Mischlings einfach überfordert ist. Ein Einschläfern des Tieres dürfte derzeit nicht im Raum stehen. Laut Handlbauer müsse dieses „letzte Mittel“, erst geprüft werden. re

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