Erasmus-Stipendien werden erhöht

Studenten bekommen für Auslandsaufenthalt um 60 Euro mehr im Monat

Bildungsminister Heinz Faßmann (l.) und OeAD-Geschäftsführer Jakob Calice (2. v. l.) mit Erasmus-Studierenden.
Bildungsminister Heinz Faßmann (l.) und OeAD-Geschäftsführer Jakob Calice (2. v. l.) mit Erasmus-Studierenden. © BMBWF/Lusser

Die Erasmus-Stipendien für Studenten werden ab kommendem Studienjahr erhöht, kündigte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Montag an. Je nach den Lebenshaltungskosten im Zielland erhalten Studenten für einen Auslandsaufenthalt im Rahmen des Erasmus Plus-Programms einen Zuschuss zwischen 300 (z. B. Bulgarien, Kroatien) und 400 Euro (z. B. Schweden, Großbritannien) im Monat.

Dieser Betrag erhöht sich ab 2019/20 um 60 Euro. Einen noch stärkeren Zuwachs gibt’s für Studienbeihilfe-Bezieher: Sie bekommen derzeit für die Zeit ihres Erasmus-Aufenthalts eine zusätzliche Auslandsbeihilfe, die mit dem Erasmus-Zuschuss gegenverrechnet wird. Ab Herbst fällt diese Gegenverrechnung weg, die Studenten erhalten das volle Erasmus-Stipendium.

Derzeit absolvieren pro Studienjahr im Schnitt rund 4600 Studenten einen Erasmus-Studienaufenthalt. Beliebteste Zielländer sind dabei Deutschland, Spanien und Großbritannien. Durch eine Budgetaufstockung der EU sind ab 2019/20 im Studenten-Bereich um drei Millionen Euro mehr zu verteilen. „Österreichs Hochschulen nutzen Erasmus+ schon jetzt sehr intensiv. Die zusätzlichen europäischen Mittel, die Österreich 2019 erhält, können wir nun direkt an Studierende weitergeben“, ergänzt Jakob Calice, Geschäftsführer der OeAD-GmbH, die für die Koordination des Programms Erasmus+ in Österreich verantwortlich zeichnet.

Mobilitätsstrategie gilt auch für Lehrlinge

„Wir müssen die Mobilitätsstrategie neu diskutieren“, so Faßmann. Man könne keine Studierenden zu Auslandsaufenthalten verpflichten. „Wir können aber attraktive Offerte machen.“ Generell prophezeite der Minister eine Verschiebung der studentischen Mobilität von einer „Credit-Mobility hin zu einer Degree-Mobility“: Künftig würden die Studenten nicht für ein Semester nach Barcelona gehen, um dort ECTS-Punkte für ihre Ausbildung in Wien zu sammeln, sondern etwa den Bachelor in Wien absolvieren und den Master in Barcelona.

Als nächster Schritt soll die Lehrlings-Mobilität angegangen werden, kündigte Faßmann an. Die Junge ÖVP zeigte sich vor allem über die Ausweitung der Mobilität auf Lehrlinge in einer ersten Reaktion erfreut. Damit nämlich auch das Europabewusstsein der Lehrlinge steige, brauche es vor allem in diesem Bereich einen intensiven Ausbau der EU-Lehrlingsaustauschprogramme.

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