Erdogan kündigt Angriff auf syrische Armee an

950.000 Syrer vor Kämpfen in Idlib geflohen

Die Türkei will in den kommenden Tagen syrische Truppen in der Rebellenprovinz Idlib angreifen. Die Soldaten des syrischen Präsidenten Bashir Assad würden aus der Nachbarschaft der türkischen Beobachtungsposten in der Region vertrieben, kündigte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch an. Kurz vor Ablauf eines Ultimatums Ende Februar sagte er: „Die Zeit läuft ab“.

Die Türkei verhandelt seit Wochen erfolglos mit Russland über ein Ende der Offensive syrischer Truppen gegen die letzte Rebellenhochburg in dem Land. Während Russland Assad unterstützt, hat sich die Türkei mit bestimmten — auch islamistischen — Rebellengruppen verbündet und starke militärische Einheiten in das Nachbarland verlegt. Wegen der Kämpfe sind nach jüngsten UNO-Angaben rund 950.000 Syrer auf der Flucht. Bei mehr als 560.000 Vertriebenen handle es sich um Kinder, fast 200.000 seien Frauen, so das UN-Nothilfebüro OCHA. Hilfsorganisationen sind kaum noch in der Lage, die große Zahl an Vertriebenen zu versorgen. Es fehlt an Unterkünften, Nahrung, Heizmaterial und medizinischer Versorgung.

Unterdessen appellierten am Mittwoch die Außenminister von 14 EU-Ländern an Syrien und Russland, „diese Offensive zu beenden und den im Herbst 2018 vereinbarten Waffenstillstand wieder einzuhalten“. Österreich unterstützt den Appell, so das Außenministerium in Wien.

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