Erfolgreiche „Pflege-Rekrutierung“

Die ersten zehn Mitarbeiter aus den Philippinen sind nun „nostrifiziert“

Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer gratuliert den neuen Kollegen von den Philippinen zur bestandenen Prüfung und heißt diese in Oberösterreich willkommen, gemeinsam mit Pergs Bezirkshauptmann Werner Kreisl und Bürgermeister Anton Froschauer.
Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer gratuliert den neuen Kollegen von den Philippinen zur bestandenen Prüfung und heißt diese in Oberösterreich willkommen, gemeinsam mit Pergs Bezirkshauptmann Werner Kreisl und Bürgermeister Anton Froschauer. © Land OÖ/Antonio Bayer

Es sei zwar nur ein Mosaikstein zur Absicherung der Pflege, aber man sei durchaus stolz auf dieses Pilotprojekt, erklärte am Dienstag Soziallandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP).

Begonnen hat es bereits im Vorjahr mit einer Idee des Bezirkshauptmannes von Perg, Werner Kreisl: Auf den Philippinen wurden mit einem Partner vor Ort gezielt Menschen gesucht, die eine Diplompflegeausbildung absolviert haben.

Der philippinische „Bachelor of Science in Nursing“ ist mit der Ausbildung in Österreich auf der Fachhochschule vergleichbar. Mit diesen Personen wurden Bewerbungsgespräche per Video geführt und für die Interessierten Sprachkurse vor Ort organisiert. Mit Deutschkenntnissen auf B1-Niveau kamen in den vergangenen Monaten zwölf Mitarbeiter nach Oberösterreich.

Einerseits wurden sie vom SHV Perg Teilzeit als Heimhilfen angestellt und andererseits wurde beim BFI der Nostrifizierungsprozess gestartet — der am Dienstag zum Teil abgeschlossen wurde: Oberösterreich hat nun zehn neue Pflegefachassistenten. Mit der FH soll nun die Diplomnostrifizierung abgewickelt werden.

Ein Erfolgsfaktor: In Perg hat die Betriebsrätin die Aufgabe der „Integrationsbotschafterin“ übernommen und hilft bei Alltagsproblemen. „Das Engagement der Pflegerinnen und Pfleger und ihre Ausbildungs- und Integrationsbemühungen sind sehr hoch. Sie haben sich sehr schnell im Team des jeweiligen Alten- und Pflegeheim wiedergefunden“, so SHV-Chef Kreisl. Es gebe bereits 20 weitere Kandidaten auf den Philippinen und im Herbst plant das Land einen zweiten „Call“, ergänzt Hattmannsdorfer.

871 Betten nicht belegt

In Oberösterreich waren mit Jahreswechsel insgesamt 871 Betten wegen Personalmangels nicht belegt. Und es sei eine Doppelmühle: Auf der einen Seite werde der Bedarf wegen der demografischen Entwicklung immer größer, auf der anderen Seite geben es immer weniger qualifizierte Mitarbeiter.

Er bekenne sich daher zur qualifizierten Zuwanderung. Ob, wie lange und wie viele dieser Mitarbeiter in Oberösterreich blieben, wisse man nicht. Es werde welche gebe, die hier Wurzeln schlagen und andere, die nach einer gewissen Zeit wieder in ihre Heimat zurückkehren.

Positiv wertet Hattmannsdorfer die Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte, so wurde etwa Mindestentlohnung angepasst, die Ausbildungen neu gewertet und das Verfahren digitalisiert. Wünschenswert wäre, wenn man die Karte schon während des Nostrifizierungsverfahrens beantragen könnte, so Hattmannsdorfer.

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