Erhöhung des oö. Kulturbudgets

Brucknerfest wurde mit Botschaft LH Stelzers und der Weihe der Orgel eröffnet

Brucknerfest-Eröffnung mit Doris Bures, Thomas Stelzer, Daniel Kehlmann und Doris Lang-Mayerhofer
Brucknerfest-Eröffnung mit Doris Bures, Thomas Stelzer, Daniel Kehlmann und Doris Lang-Mayerhofer © Reinhard Winkler

Von Georgina Szeless

Brucknerhaus-Chef Dietmar Kerschbaum trat gestern in einem bummvollen Saal zum Brucknerfest 2018 an — dem ersten mit einem von ihm verantworteten Programm. Dass es Überraschungen und Neuigkeiten geben würde, war klar. Diese beschränkten sich nicht allein auf die fast dreistündige Dauer des Festaktes. Kulturlady Barbara Rett wurde als Moderatorin eingeladen und setzte sich mit seriösem Charme in Szene. Brauchbares, Kenntnisreiches, aber auch Vergessenes kam aus ihrem Munde. Und es wurde die Gelegenheit wahrgenommen, persönliche Erlebnisse und Interviews unterzubringen.

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Dass nicht das Bruckner Orchester den musikalischen Teil des Festaktes bestritt, war nicht ganz zu verstehen, wurde aber wettgemacht durch die Hochglanzleistungen des Oö. Jugendsinfonieorchesters, dessen Begeisterung, einmal unter Markus Poschner spielen zu dürfen, den Jungmusikern aus dem Gesicht leuchtete. Die Ouvertüren von Schumann (d-Moll zu Szenen aus „Faust“) mit dem von Wolfgang Mayrhofer einstudierten Mozartchor des Musikgymnasiums und andere Werke samt der g-Moll- Ouvertüre von Bruckner hätten jedem Vergleich mit etablierten Klangkörpern standhalten können.

Als weiteren Beitrag von Bruckner gab es Vorspiel und Fuge c-Moll für Orgel WAB 131 mit anschließenden Improvisationen. Und dies hatte einen wichtigen Anlass. Martin Haselböck stellte die neue Orgel des Brucknerhauses vor und nützte ihre klanglichen Qualitäten zu bombastischen Plenogriffen. Und er brachte das klug konzipierte Pfeifenwerk in allen seinen Vorzügen zum Strahlen. So rückte das Thema „Orgel“ im Programm zum Highlight auf und wurde von Bischof Manfred Scheuer, Superintendent Gerold Lehner und dem St. Florianer Propst Johannes Holzinger in einem eigenen Festakt der feierlichen Weihe übergeben.

„Kunst muss nichts, aber sie bewirkt viel“

Die Begrüßung nahm Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer vor, Bgm. Klaus Luger bediente sich in seiner Festansprache aktueller Themen, erfreulich Landeshauptmann Thomas Stelzer, der über das Festmotto „Tradition“ hinaus eine künftige Erhöhung des Kulturbudgets in Aussicht stellte. „Kunst muss nichts, aber sie bewirkt viel“, sagte er. Um die Vielfalt der Kunstschaffenden Oberösterreichs zu ermöglichen, werde das Kulturbudget angehoben.

Die Zweite Präsidentin des Nationalrates, Doris Bures, eröffnete das Brucknerfest 2018. Festredner Daniel Kehlmann schilderte seine Erlebnisse beim Besuch eines Gedenkkonzerts im Steinbruch des ehemaligen KZ Mauthausen. Und er kritisierte die Politik und referierte über die Flüchtlingsströme, die sich „von Österreich aus über Europa ergossen haben“.