Gelbwesten-Proteste in Frankreich nehmen weiter ab

Der Protestbewegung der Gelbwesten in Frankreich geht nach einem halben Jahr der Atem aus. Am 26. Protestsamstag in Folge beteiligten sich landesweit nach Angaben des Innenministeriums nur noch 18.600 Menschen, so wenige wie nie seit Beginn der Proteste.

In Paris gingen demnach trotz Demonstrationsverboten etwa 1.200 Menschen auf die Straße. In Nantes und Lyon wurden Sicherheitskräfte von Demonstranten mit Flaschen und Steinen beworfen, die Polizisten setzten Tränengas ein.

Die Protestbewegung wollte am Samstag eigentlich neuen Schwung gewinnen, nachdem die landesweite Teilnehmerzahl am vergangenen Wochenende auf einen vorläufigen Tiefpunkt von 19.000 gesunken war. Die Organisatoren der Gelbwesten sprachen am Samstag von landesweit 37.500 Teilnehmern.

Größere Demonstrationen gab es in Lyon im Osten des Landes und in Nantes im Westen. In beiden Städten versammelten sich je rund 2.000 Menschen. Auch in Bordeaux und Nizza wurden Kundgebungen abgehalten.

In Nantes kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, als ein Polizeitrupp mit Gegenständen beworfen wurde. Die Einsatzkräfte reagierten mit Hartgummigeschoßen. Später kam auch Tränengas zum Einsatz. Dabei wurde ein Journalist des Senders CNews nach eigenen Angaben durch ein Geschoß getroffen, ohne jedoch ernsthaft verletzt worden zu sein.

In Lyon wurden Sicherheitskräfte mit Flaschen, Steinen und Knallkörpern beworfen. Dagegen wurde auch hier Tränengas eingesetzt. Bei den Zusammenstößen wurden zehn Polizisten und mindestens ein Demonstrant verletzt. Neun Verdächtige wurden festgenommen.

Die Bewegung fordert seit November vergangenen Jahres Steuersenkungen und mehr soziale Gerechtigkeit. Präsident Emmanuel Macron hat Zugeständnisse im Umfang von rund 17 Milliarden Euro angekündigt, die Gelbwesten halten diese aber für unzureichend.

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