Erneuter Corona-Lockdown in Kolumbien

In Kolumbien ist angesichts des rasanten Anstiegs neuer Corona-Fälle für rund 3,5 Millionen Menschen erneut eine strenge Ausgangssperre verhängt worden. Bogotas Bürgermeisterin Claudia Lopez bezeichnete den Anstieg der Neuinfektionen vor allem in der Hauptstadt am Montag als „alarmierend“.

„Seit mehr als drei Tagen registrieren wir täglich mehr als 2.000 positive Fälle“, sagte sie.

Die strengen Ausgangsbeschränkungen betreffen überwiegend die Hauptstadt, aber auch Teile von Kolumbiens zweitgrößter Stadt Medellin. 2,5 Millionen der acht Millionen Einwohner von Bogotá dürfen ihre Häuser nur noch verlassen, um Lebensmittel zu kaufen, zur Apotheke zu gehen oder für dringende Arzttermine. Der Verkauf von Alkohol soll an Wochenenden verboten werden.

Etwa ein Drittel der landesweit 154.000 vermeldeten Covid-19-Fälle entfallen auf Bogota. 1.123 der insgesamt mehr als 5.400 Corona-Toten in Kolumbien wurden ebenfalls in der Hauptstadt des Landes verzeichnet.

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, wurde nun die Polizeipräsenz zur Überwachung der Auflagen verstärkt. Zudem überwachen mehr als 400 Soldaten die Ein-und Ausgänge zu den Lockdown-Gebieten.

Bereits von Ende März bis Ende April galt eine strenge Ausgangssperre für Bogotas Bewohner. Die Auflagen wurden allerdings nach und nach wieder gelockert, nachdem Kolumbiens Regierung wegen der wirtschaftlichen Folgen der Beschränkungen unter Druck geraten war.

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