Ernte trotz Hitze großteils gesichert

Für die Getreideernte ist die Gefahr überschaubar © APA/THEMENBILD/BARBARA GINDL

Die Hitze setzt derzeit auch der Landwirtschaft zu. Ertragsverluste sind nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer (LKÖ) nicht auszuschließen, gewichtige Einbußen befürchtet man vorerst jedoch nicht. Das hänge stark an den unterschiedlichen Pflanzenkulturen und Anbauregionen, erklärte LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger gegenüber der APA. Während die Getreideernte überwiegend abgesichert sei, bestehe für die Herbstkulturen durch die aktuelle Wetterlage eine größere Gefahr.

„Im Osten wie dem Burgenland oder Teilen Niederösterreichs ist die Getreideernte großteils abgeschlossen, ebenso wie in den tiefen Lagen des Westens“, so der LKÖ-Funktionär. „Die enorme Hitze hat in diesen Regionen somit keine Auswirkungen mehr auf Kulturen wie Weizen, Roggen, Gerste und Raps.“

Volle Entwarnung gab Moosbrugger aber nicht. So gestalte sich die Lage im Westen sowie im Zentralraum Österreichs, wo die Ernte größtenteils erst anlaufe, schwieriger. „Dort, wo sich die Kulturen noch entwickeln, kann die extreme Hitze dazu führen, dass das Getreide schneller reif wird.“ Der beschleunigte Reifeprozess könne auch zu einem späteren Zeitpunkt noch zu Qualitäts- und Ertragseinbußen führen, erklärte er.

Von den Wetterkapriolen generell stärker betroffen sind Herbstkulturen wie Mais oder Hirse. Diese seien an und für sich hitzerobust, die extremen Temperaturen würden aber auch ihnen zusetzen. Unter Stress stehen zudem Ölkürbisse und Kartoffeln. Bei diesen Pflanzen bestehe die Gefahr, dass „die Blätter durch die Extremtemperaturen geschädigt werden, was zu geringeren Erträgen führt“.

Vor eine Herausforderung stellt die Hitze insbesondere die Alm- und Weidewirtschaft. Mit den zu erwartenden Temperaturen werde das Graswachstum gebremst, wodurch sich kein optimales Futter mehr gewinnen lasse. „In der Almwirtschaft herrscht somit ganz besondere Anspannung.“ Besser gerüstet ist demnach der Wein-, Obst- und Gemüsebau, da dieser in der Regel an Standorten mit Bewässerungsmöglichkeiten erfolge.

Generell würden die zunehmenden Wetterextreme der Landwirtschaft mehr und mehr zusetzen, beklagte Moosbrugger. „Mittlerweile beschäftigt uns das Thema Hitze bzw. Dürre wegen der Klimaverschlechterung immer stärker und der Pflanzenbau wird zunehmend zur Herausforderung.“ Von besonderer Bedeutung sei daher die Züchtung klimafitter Sorten in allen Bereichen der Land- und Forstwirtschaft. Diesem Thema wolle man in Zukunft mehr Aufmerksamkeit widmen.

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