Erpressung mit erschlichenen Sex-Bildern: Ex-Stadtrat angeklagt

44-Jähriger forderte von elf namentlich bekannten Opfern dreistellige Summen als Amazon-Gutscheine – Bis zu zehn Jahre Haft drohen

Die Erpressung mit erschlichenen Nacktfotos im Internet hat für einen 44-Jährigen nach politischen Konsequenzen – er musste vor gut einem Jahr als SPÖ-Stadtrat von Traun zurücktreten – jetzt auch ein rechtliches Nachspiel.

Die Staatsanwaltschaft Linz brachte jetzt gegen den Mann Anklage wegen schwerer gewerbsmäßiger Erpressung, Betrugs und Besitzes von kinderpornografischem Material ein. Dem ehemaligen Politiker drohen im Falle einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft. Mit einem Prozess ist im Zeitraum September bis Oktober zu rechnen.

„Elf Opfer des 44-Jährigen, der sich grundsätzlich geständig zeigt, sind namentlich bekannt“, sagt Reinhard Steiner, Pressesprecher der Anklagebehörde, im Gespräch mit dem VOLKSBLATT. Von einem weiteren Opfer wisse man den Namen aber noch nicht.

„Aus Blödsinn heraus“ Taten begangen

Laut dem Angeklagten, der zusätzlich zu den Aussagen der Getäuschten bzw. Geschädigten auch von einem Sachverständigengutachten belastet wird, seien die Taten „aus einem Blödsinn heraus“ entstanden. Das erpresste Geld in Form von Amazon-Gutscheinen will für den Ex-Politiker aber nicht im Vordergrund seiner dubiosen Internet-Aktivitäten gestanden haben.

Wie berichtet ist der 44-Jährige als falsche 15-Jährige auf einer Online-Kontaktbörse für Homosexuelle auf Opferfang gegangen. Er verschickte gestohlene Nacktfotos einer Minderjährigen und forderte als „Gegenleistung“ intime Bilder von seinen Interessenten.

Mit diesen erpresste er dann in der Folge Schweigegeld in Form von Amazon-Gutscheinen im Wert von 300 bis 400 Euro.

Das letzte Opfer des Mannes, ein 55-Jähriger aus dem Bezirk Gmunden zeigte ihn im Juni vergangenen Jahres an und brachte den Fall ins Rollen.

Von Heinz Wernitznig

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