Erst großer Frust, dann „bronzene“ Freude

Ski-WM: Schwarz in Kombi nur von Pinturault und Überraschungsmann Hadalin geschlagen

Der Kärntner Marco Schwarz (r.) applaudiert Kombinations-Weltmeister Alexis Pinturault und darf sich selbst über die Bronzemedaille freuen. © AFP/Nackstrand

„Ich brauch’ mir gar nichts mehr ausrechnen“, schüttelte Marco Schwarz nach seinem Slalomlauf im ORF-Interview resignierend den Kopf. Die ÖSV-Goldhoffnung schwang nach Platz 20 in der Abfahrt als Dritter im Ziel des Slaloms ab — 0,46 Sekunden hinter dem Franzosen Alexis Pinturault und 0,22 hinter Stefan Hadalin (SLO).

Eine halbe Stunde später hatte sich das Bild der Top 3 noch immer nicht geändert, die Schnellsten in der Abfahrt waren auf einer stark nachlassenden Piste ohne Chance. „Jetzt freue ich mich brutal. Beim ersten Rennen eine Medaille zu gewinnen, da gehe ich in die anderen Bewerbe gelassener rein“, meinte da ein mittlerweile lachender Schwarz.

Zweite Herren-Medaille für Slowenien überhaupt

Auch seine Kollegen am Podest strahlten. Der amtierende Team-Weltmeister Pinturault holte erstmals Einzel-Gold, für Hadalin war es überhaupt der erste Podestplatz seiner Karriere. „Gold ist immer etwas Fantastisches. Ich bin sehr, sehr glücklich“, jubelte Pinturault, der sich in der Abfahrt eine Knieprellung zugezogen hatte, nach eigenen Angaben gar nicht richtig gehen konnte. Der silberne Slowene nutzte die Nummer eins im Slalom optimal. „Es ist ein großartiges Gefühl, ich kann es kaum beschreiben und genieße den Moment“, fehlten dem 23-jährigen Sensationsmann fast die Worte. Sein Silber ist übrigens erst die zweite alpine Herren-WM-Medaille für sein Heimatland nach Slalom-Bronze von Mitja Kunc im Jahr 2001.

Schwerer, als gedacht

Die weiteren Österreicher konnten wie erwartet nicht um die Medaillen mitkämpfen. Daniel Danklmaier belegte als Zweitbester Rang zwölf (+1,89 Sek.), Romed Baumann wurde 14. (+1,99). Vincent Kriechmayr fiel von Platz vier nach der Abfahrt weit zurück. „Es war nicht leicht. Ich habe mir doch ein bisschen schwerer getan, als ich mir gedacht habe“, gestand der zweifache Medaillengewinner nach Platz 17 (+2,12). ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel war mit dem Ergebnis zufrieden, hofft aber nach Silber und zwei Mal Bronze heute endlich auf Gold. „Den Teambewerb wollen wir gewinnen“, erklärte der 77-Jährige.