Luxemburg nahm Kinder aus griechischen Lagern auf

Griechenland hat am Mittwoch ein Dutzend unbegleitete Kinder aus überfüllten Flüchtlingslagern nach Luxemburg überstellt. Eine Gruppe von 58 weiteren Kindern soll am Samstag nach Deutschland fliegen. Die Schweiz will zu einem späteren Zeitpunkt 20 weitere Kinder aufnehmen. Griechenland hofft, in den kommenden Monaten insgesamt 1.600 unbegleitete Kinder in anderen Ländern unterzubringen.

Mindestens 5.200 Migrantenkinder aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und afrikanischen Ländern leben derzeit in Griechenland, viele von ihnen unter sehr schlechten Bedingungen in Camps auf den Inseln in der Ägäis.

Der stellvertretende griechische Migrationsminister Giorgios Koumoutsakos sagte, obwohl es sich zunächst nur um eine kleine Zahl von Kindern handle, sende die Überstellung ein starkes Signal an andere Länder, sich an Luxemburg ein Beispiel zu nehmen. “Griechenland steht vor einer Krise innerhalb der Krise, Migration und die Pandemie zusammen”, sagte er dem staatlichen Sender ERT. Zusammen mache dies eine schwierige Situation noch komplexer. Das Verfahren wird nach Schätzung von Koumoutsakos länger als bisher erhofft dauern.

Das liege daran, dass zahlreiche Behörden und Organisationen entscheiden müssen, welche Kinder in welche Länder gehen. Insgesamt hätte nach Angaben des Migrationsministeriums in Athen für diese erste Aktion 50 Menschen gearbeitet. Es gab demnach 500 Telefonate etwa zwischen den griechischen und EU-Behörden mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR).

Es mussten Gutachten vorgelegt werden, warum und welches Kind in welches Land gehen soll. Zudem seien die Kinder psychologisch vorbereitet und auch gesundheitlich untersucht worden, teilte das Migrationsministerium in Athen weiter mit.

Die türkis-grüne Bundesregierung in Österreich beteiligt sich nicht an der Aktion. Das liege an der starren Haltung der ÖVP unter Bundeskanzler Sebastian Kurz, wie Vertreter des kleinere Regierungspartners, der Grünen, am Mittwoch im Ö1-Mittagsjournal des ORF-Radios betonten.

Österreich sollte sich schon zu Aufnahme von unbegleitete Minderjährigen bereit erklären, forderten seitens der Grünen unisono die außenpolitische Sprecherin, Ewa Ernst-Dziedzic, Europasprecher, Michel Reimon, und Wiens Vizebürgermeisterin Brigitte Hebein

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