Erster Sieg für Admira, Austria bezwang “Angstgegner” Tirol

Die Admira hat in der Fußball-Bundesliga den ersten Saisonsieg gefeiert und damit das Tabellenende verlassen. Die Niederösterreicher bezwangen am Samstag in der 4. Runde vor eigenem Publikum Aufsteiger SV Ried 3:1. Die Austria gewann unterdessen auswärts 2:0 bei der WSG Tirol. Gegen Wattens hatten die Wiener in der Vorsaison drei schmerzhafte Niederlagen kassiert. In der dritten Partie des Tages setzte sich der SKN St. Pölten beim Europa-League-Starter WAC 4:2 durch.

St. Pölten kletterte damit vorläufig auf den zweiten Tabellenplatz hinter Spitzenreiter Salzburg, der Meister ist wie die Verfolger Rapid und LASK aber erst am Sonntag im Einsatz. Die Austria verbesserte sich auf den fünften Platz, die Admira sprang auf Position sieben.

Die Admiraner verzeichneten mit dem erst kürzlich verpflichteten Ex-Rapidler Stephan Auer vor 1.015 Zuschauern einen Traumstart. Bei einer Tomic-Idealflanke hob Rieds Manuel Kerhe das Abseits auf, und der völlig alleine gelassene Maximilian Breunig (5.) köpfelte ins lange Eck ein. In der 23. Minute brachte Ried-Tormann Samuel Sahin-Radlinger den durchbrechenden Erwin Hoffer im Strafraum zu Fall, Roman Kerschbaum (23.) traf dann souverän vom Elfmeterpunkt. Die Oberösterreicher, bei denen Trainer Gerald Baumgartner schon in der 34. Minute doppelt tauschte und auch eine Umstellung auf Viererkette vornahm, waren in der Offensive nicht vorhanden.

Das änderte sich gleich nach Wiederbeginn, wobei Glück dabei war. Nach einem Zweikampf von Kerschbaum mit Ried-Stürmer Bernd Gschweidl entschied Schiedsrichter Julian Weinberger auf Elfmeter. Eine leichte Abseitsstellung Gschweidls blieb ungeahndet. Marco Grüll (49.) ließ sich die Chance nicht entgehen. Sonst waren die Rieder neuerlich vorne an Harmlosigkeit nicht zu überbieten. Die Admiraner demgegenüber wurden für eine im Vergleich zu den ersten Saisonauftritten vor allem auch spielerisch stark verbesserte Leistung belohnt.

Bei einem Beinahe-Meisl-Eigentor (65.) blieb der dritte Treffer der Heimischen noch aus. Eine Minute später landete der Ball dann sehenswert im Netz. Einen Direktcorner von Tomislav Tomic (66.) lenkte Goalie Sahin-Radlinger bei einem Abwehrversuch.

Glanzlos verlief die Partie der Austria. Die Anfangsphase gestaltete sich als vorsichtiges Abtasten, beide Offensivreihen konnten sich überhaupt nicht in Szene setzen, zur Pause standen je zwei (ungefährliche) Torschüsse zu Buche.

Doch schon die ersten Momente nach dem Seitenwechsel waren dann turbulent. Zunächst ging die Austria durch einen kuriosen Treffer in Führung: WSG-Goalie Ferdinand Oswald wehrte einen Fallrückzieher Christoph Monscheins nach vorne ab, Fabian Koch schoss bei der Klärungsaktion Patrick Wimmer (46.) an, wodurch der Ball via Unterkante der Latte ins Tor ging. Das fünfte war das erste Saisontor für die Austria aus dem Spiel heraus.

Auf der Gegenseite war Goalie Patrick Pentz gegen Raffael Behounek (48.) und vor Zlatko Dedic (50.) zur Stelle. Ein Gewaltschuss von Koch zischte ans Außennetz (61.). Und während die spielerische Vorstellung der Austria weiter überschaubar blieb, mauserte sich Pentz zum Besten: Der Schlussmann besserte einen kapitalen Ballverlust von Erik Palmer-Brown mit einem starken Reflex gegen Kelvin Yeboah aus (68.).

Während die mögliche Wende im Spiel ausblieb, schaffte die Austria im Konter die Entscheidung. Manprit Sarkaria (75.) stellte nach Doppelpass mit Wimmer – jedoch aus knapper Abseitsposition – auf 2:0. Der Torschütze profitierte dabei auch von seinem Ausrutscher beim Abschluss, denn das gab dem Ball eine unorthodoxe Flugbahn und ließ Oswald ohne Abwehrchance zurück. Von diesem Tiefschlag erholten sich die Tiroler nicht mehr.

In der dritten Samstagspartie kassierte der WA seine dritte Niederlage im vierten Match in dieser Saison. Die Partie begann mit mehr Ballbesitz für die Kärntner, die allerdings in der elften Minute in einen Konter liefen. Daniel Schütz wurde von Sven Sprangler gelegt, den fälligen Strafstoß verwertete Dor Hugi sicher (11.).

Bereits vier Minuten später war der Gleichstand hergestellt. SKN-Goalie Christoph Riegler ließ eine Flanke von Christopher Wernitznig fallen, Dejan Joveljic musste nur noch aus kurzer Distanz einköpfeln. In der 22. Minute folgte der große Auftritt von Hugi: Der Israeli ließ Dominik Baumgartner und Wernitznig schlecht aussehen und war mit einem sehenswerten Schuss ins lange Eck erfolgreich.

Wenig später wurde der Offensivspieler wegen eines Cuts am Knöchel ausgetauscht, doch auch sein Ersatzmann erwies sich als treffsicher – Lukas Grozurek (37.) versenkte eine Flanke von Peter Pokorny per Kopf. Die in der ersten Hälfte enttäuschenden Wolfsberger kamen wie verwandelt aus der Kabine und verkürzten bereits in der 48. Minute. Nach einer gelungenen Kombination über mehrere Station und finalem Pass von Michael Liendl schob Joveljic ein.

Danach gab es bei teilweise strömendem Regen eine Drangphase der Heimischen, die allerdings nichts einbrachte. Nach einer guten Stunde erfing sich St. Pölten und hätte in der 66. Minute beinahe für die Vorentscheidung gesorgt, doch Jonathan Scherzer wehrte einen Grozurek-Schuss vor der Linie ab. Der WAC wurde bis zum Schlusspfiff nur noch bei einem Kopfball von Mario Leitgeb, der knapp das Ziel verfehlte (77.), gefährlich, und kassierte dafür aus einem Konter in der 93. Minute durch Christoph Halper nach optimaler Vorarbeit von Robert Ljubicic das vierte Gegentor.

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