Erstes Linzer Live-Musikonlinefestival

„Streaming Stream“ geht von 27. bis 29. Mai live über die virtuelle Bühne

Am zweiten Festivaltag via Stream live aus dem Linzer Posthof zu erleben: My Ugly Clementine
Am zweiten Festivaltag via Stream live aus dem Linzer Posthof zu erleben: My Ugly Clementine © Leni Renard

„Mit zwölf Konzerten an drei Tagen feiern wir eine Premiere als Linzer Musikonlinefestival“, kündigt die Linzer Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz die diesjährige und damit zweite Ausgabe des Stream Festivals an. Corona-bedingt war das biennal programmierte Festival 2020 ausgefallen.

Das diesjährige nennt sich Streaming Stream Festival und geht, wie berichtet, von 27. bis 29. Mai ausschließlich online über die Bühne. Lang-Mayerhofer lädt dazu ein, das gesamte Programm im Live-Stream zu erleben, „ob von der Picknickdecke im Donaupark aus oder im Wohnzimmer“.

Die Online-Ausgabe biete auch die Möglichkeit, enorme Breitenwirksamkeit zu erreichen, so die Stadträtin, die sich persönlich besonders auf den Auftritt von Leyya freut. „Ein Festival in dieser Größe live zu streamen, bedeutet eine Herausforderung, ist aber auch zukunftsträchtig, wenn man es hybrid weiterdenkt“, stimmt auch der Linzer Kulturdirektor Julius Stieber ein.

Live-Erlebnis aus dem Posthof

Neben den Konzerten, die live aus dem Posthof übertragen werden, gibt es wieder Talk-Formate (ohne Zugangsbeschränkung), gesendet aus dem Ars Electronica Center, die sich mit Experten um Themen wie Musik und Digitalisierung, aber auch Covid 19 drehen werden. Der beliebte Club-Teil fällt heuer flach, man wolle diesen Bereich nächstes Jahr mit einem eigenen Schwerpunkt unterstützen, so der künstlerische Kurator Markus Reindl.

Als Haupt-Act am Eröffnungstag ist Experimental-Pianist Martin Kohlstedt aus dem Posthof zu erleben, der mit seiner Musik schon die Elbphilharmonie gefüllt hat. Daneben gibt es Indie-Melancholik mit Vienna Rest in Peace. Den Freitag krönt der Brite Kamaal Williams, der sich zwischen Jazz und Electronic bewegt und für seinen Auftritt in Linz zehn Tage Quarantäne in Kauf nimmt.

Weiters My Ugly Clementine mit der aus Eferding stammenden Sängerin Sophie Lindinger (Leyya), die 2020 mit „Vitamin C“ das europäische Indie-Album des Jahres abgeliefert haben. Den feinen Abschluss der drei Festivaltage bilden am Samstag der deutsche Indie-Musiker Thees Ullmann, Frontmann von Tomte, Aufsteiger Lou Asril und Naced Cameo.

Streamingwolke entlang der Donau

Mit Interviews, Hintergrundberichten, Bildern, Infos und Blicken hinter die Kulissen wolle man via Social media und Website versuchen, das Live-Erlebnis verstärkt an das Publikum zu vermitteln, so Festivalleiterin Gerda Forstner.

An den Festivaltagen ist das Ars Electronica Center für alle bis 18 Jahre bei freiem Zutritt zugänglich, die aktuelle Ausstellung dort zum Thema Artificial Intelligence und Musik passt perfekt zum Festival. Und wenn sich viele im Donaupark gleichzeitig mit ihren Endgeräten bei Streaming Stream einloggen, sieht Forstner eine „Streamingwolke entlang der Donau“, einen großen Konzert-Klangteppich entstehen.

Das gesamte Programm ist auf www.stream-festival.at zu sehen, die Konzerte werden am Donnerstag auch von Ö1 intro (oe1.ORF.at/buehne), am Freitag und Samstag von FM4 (On-Air im Radio unter fm4.ORF.at) gehostet. Via ars.electronica.art/homedelivery können auch alle Talks live verfolgt werden. Die Konzerte sollen nach dem 29. Mai auch noch einige Zeit on demand zur Verfügung stehen.

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