Erstickte Flüchtlinge: 25 Jahre Haft für 4 Schlepper

Tragödie auf Ostautobahn hatte 71 Menschenleben gefordert

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KECSKEMET — Mit Haftstrafen von 25 Jahren für die vier Hauptangeklagten ist am Donnerstag in der südungarischen Stadt Kecskemet der Prozess gegen eine Schlepperbande zu Ende gegangen, die für den Tod von 71 Flüchtlingen im August 2015 verantwortlich gemacht wird.

Bei den vier Männern – ein Afghane und drei Bulgaren – handelt es sich um den Kopf der Schlepperbande, seinen Stellvertreter sowie den Fahrer des Kühl-Lkw, in dem die Menschen erstickten, und den Lenker des Begleitautos. Im dem hermetisch verschlossenen Kleinlaster hatten die Flüchtlinge – unter ihnen vier Kinder – unterwegs durch Schreien und Klopfen auf ihre Notsituation aufmerksam gemacht. Der Fahrer bemerkte es zwar, hielt aber nicht an.

Die Menschen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan starben noch auf ungarischem Gebiet. Ihre Leichen wurden tags darauf in einer Pannenbucht der Ostautobahn A4 bei Parndorf im Burgenland entdeckt.

14 Haftstrafen

Die ersten Festnahmen erfolgten bereits wenige Tage später. Angeklagt wurden 14 mutmaßliche Mitglieder der Schlepperbande, unter ihnen Fahrer, Anwerber von Chauffeuren und Leute, die Autos für die Fahrten organisiert hatten. Sämtliche Angeklagte wurden zu Haftstrafen verurteilt. Neben den 25 Jahren für die Hauptangeklagten setzte es Freiheitsstrafen im Ausmaß von drei bis zwölf Jahren für die weiteren Beschuldigten.