Erweiterte Diabelli-Variationen

Starpianist Rudolf Buchbinder beim Linzer Brucknerfest

Unerreichbarer Beethoven-Interpret: Rudolf Buchbinder
Unerreichbarer Beethoven-Interpret: Rudolf Buchbinder © Winkler

Nicht allen Besuchern waren Rudolf Buchbinders Diabelli-Variationen von Beethoven in erweiterter Form bekannt. Nun stellte der Starpianist das Werk am Mittwoch im ausverkauften Brucknerhaus vor.

Die bekannten, als opus ultimum von Beethoven geläufigen Diabelli-Variationen op. 120 gelten als das geistig wie physisch und technisch komplizierteste Werk der Klavierliteratur, Buchbinder spielte es nach eigener Aussage an die hundert Male in der Öffentlichkeit.

Im Beethovenjahr sollte und durfte es anders präsentiert werden, allerdings mit unterschiedlichen Eindrücken. Der Wiener Komponist und Musikverleger Anton Diabelli, ein tüchtiger Marketingmanager, gab seinen Walzer 1819 frei für Tonsetzer und Virtuosen der K.-u.-k.-Monarchie zur Variation über sein Thema. Beethoven erfand gleich 33 Variationen über das Diabelli-Walzerthema. Er verband die Einzelteile zu einem genial geformten Kosmos aus Marsch und einer dreistimmigen Doppelfuge.

Buchbinder erwies sich wieder einmal als unerreichbarer Beethoven-Interpret. Vorher befasste er sich mit der Auftragskomposition internationaler Institutionen, die zu Bearbeitungen zum Diabelli- Thema einluden. Das Resultat waren elf Beispiele meist unbekannter Komponisten, deren Bearbeitungen allerdings nicht durchwegs überzeugten, aber immerhin ein nicht uninteressantes globales Stilpanorama ergaben. Dabei durften auch Rockmusik oder moderne Walzertöne nicht fehlen und haben Buchbinder hörbar auch Spaß gemacht.

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