Es braucht Long-Covid-Zentren

Gesundheitsreferenten einig: Impfung soll Sache der Sozialversicherung werden

Die Landesgesundheitsreferenten unter dem Vorsitz von Juliane Bogner-Strauß zogen in Graz an einem Strang.
Die Landesgesundheitsreferenten unter dem Vorsitz von Juliane Bogner-Strauß zogen in Graz an einem Strang. © APA/Scheriau

Einigkeit haben die Landesgesundheitsreferenten am Freitag nach ihrer Konferenz in Graz demonstriert: Sie wollen vom Bund nicht nur mehr Geld für die Abdeckung der Corona-Pandemie-Kosten, sondern fordern auch Long-Covid-Einrichtungen – und die Verantwortung für das Impfen soll künftig Sache der Sozialversicherungen werden.

Mit Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein sei man in gutem Einvernehmen. Die Vorsitzende der Gesundheitsreferenten, die Steirerin Juliane Bogner-Strauß, erklärte, dass man sich für die Konferenz zwar vor allem Nicht-Corona-Themen vorgenommen hatte, doch um das Impf-Thema und Long-Covid kam man nicht herum.

Laut dem Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker sei man sich einig, dass das Impfen künftig in der Verantwortung der Sozialversicherungen sein und Teil der Prävention werden soll.

Wie die Kassen die Impfungen finanzieren können, sei durchaus noch Verhandlungssache, an einen gemeinsamen Geldtopf, in den Bund, Länder und Sozialversicherungen einzahlen, könne man denken. Bogner-Strauß ergänzte, dass man sich bei Flächen- bezirken weiterhin das duale System beim Impfen vorstellen könne: niedergelassene Ärzte und Impfstraßen als Ergänzung.

Die Gesundheitsreferenten waren sich zudem einig, dass es für Long-Covid-Patienten – etwa zehn Prozent der Genesenen – zur Nachbehandlung eigene Ambulanzen brauche, aber auch Reha-Einrichtungen. Sie leiden teils an mannigfaltigen Folgen ihrer Infektion, von Lungenproblemen bis zu psychischen Auswirkungen.

Bisher gibt es kaum Anlaufstellen für Betroffene. „Wir müssen Strukturen schaffen, um zu helfen und es muss integrierte Konzepte für die Behandlung geben“, so Annette Leja, Tirols neue Gesundheitslandesrätin, die im Juli den Vorsitz übernehmen wird.

Der Salzburger LR Christian Stöckl klopfte beim Bund wegen zusätzlicher Gelder an: Den Spitälern seien praktisch alle Einnahmequellen durch die Pandemie entgangen, während gleichzeitig die Kosten gestiegen seien. Bei der Pandemie handle es sich um eine „außergewöhnliche Situation“, die im Finanzausgleichsgesetz geregelt sei.

„Planungsprozesse müssen jetzt starten“

„Neben der aktuellen Bekämpfung des Virus warten die nächsten Herausforderungen. Das Virus wird bleiben und weiter zirkulieren, daher müssen schon jetzt die notwendigen Planungsprozesse starten“, betonte die oö. Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander: „Die Aufnahme der Covid-19-Impfung in den Österreichischen Impfplan wäre äußerst sinnvoll. Es braucht ein einheitliches Vorgehen, um möglichst viele Synergien nutzen zu können.“

Und es brauche ausreichend Reha-Kapazitäten, um Long-Covid-Patienten wieder in den beruflichen und sozialen Alltag ingerieren zu können. Die Planungsvorgaben müssen unbedingt angepasst werden, um bundesweit und regional ausgewogen ausreichend stationäre, aber auch ambulante Rehabilitation anbieten zu können, sagte Haberlander.

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