„Es geht gleich volles Rohr los“

Bei den Dreharbeiten zur Krimiserie „Soko Donau“, Staffel 14, am Pöstlingberg

Ein starkes Team: Jürgens, Kren, Winetzhammer und Steinocher
Ein starkes Team: Jürgens, Kren, Winetzhammer und Steinocher © Großpointner

Von Philipp Wagenhofer

Selbst Michael Steinocher ließ es sich nicht nehmen, am Dienstag beim Pressetermin der „Soko Donau“ beim Kirchenwirt auf dem Pöstlingberg dabei zu sein. „Ich hab’ mir beim Wall Run die Bänder im Fuß gerissen, darum bin ich in den Innendienst versetzt worden und kaum in Linz. Leider“, sagt der 35-Jährige „Jung-Kieberer“. Walter Winetzhammer von der Witschaftsförderung des Landes, das zu den drei oö. „Soko“-Folgen je 70.000 Euro beisteuert, betonte den „enormen Werbewert dieser Erfolgsgeschichte, einer 13-jährigen Zusammenarbeit“.

Schauplätze sind Linz, Steyr und Traunkirchen

Im ZDF sei man freitags im Einsatz, via ORF erreiche man 600.000 Zuseher pro Folge, so SATEL-GF Heinrich Ambrosch. SATEL produziert mit ORF und ZDF. Die drei OÖ-Folgen der 14. Staffel habe man in Steyr, Traunkirchen und Linz gedreht, Folge 14 auch am Pöstlingberg. Ein Ende ist nicht abzusehen. „Wir arbeiten bereits an der 15. Staffel“, so ORF-Redakteurin Sabine Weber.

Für Steinocher, der gerade auch in den „CopStories“ zu erleben ist, „gehen sich noch 50 Jahre ,Soko Donau’ aus“. Momentan sei es so, egal wo man hinschalte, überall der Steinocher, scherzt der Sympathler, der seit zehn Jahren Karate macht — und dessen Schwester Claudia Polizistin ist. Diesmal stehen 16 Folgen und ein Neunzigminüter auf dem Drehplan. Arbeit von April bis November. Bei der Frage nach dem schönsten Schauplatz antwortet der Profi: „Linz“. Dennoch ist der „Naturbursch“ aus Wien gerne in ländlichen Gebieten.

Dienstag am Set, „Der letzte Wunsch“: Am Pöstlingberg und in der Pöstlingbergbahn trifft ein flüchtiger Mörder auf seine Ex-Freundin Alina, ein Showdown, bei dem die Tochter Alinas in Gefahr gerät. Dass auch dieser Fall gelöst wird, ist nicht zuletzt der neuen Chefin zu verdanken.

„Man ist nun einmal kein Mann“

„Ich habe gar nicht die Zeit, mich einzugewöhnen. Es geht gleich volles Rohr los“, sagt Dietrich Siegls Nachfolgerin Brigitte Kren. Sie brauche für ihr Team eine starke Hand, aber: „Man darf den Fehler nicht machen als Frau, diese männlichen Diktionen und den Habitus zu übernehmen. Man ist nun einmal kein Mann. Ich mach’ das mit meiner subtilen, manchmal fernzerischen Art, die Verbrecher zu verhören. Ich kann nicht als 1,56 Meter große ältere Frau auf Mann machen.“ Sie sei analytisch und mit weiblichem Charme unterwegs, sagt Brigitte Kren. Dass noch 16 Folgen von „Vier Frauen und ein Todesfall“ ausständig sind, wo sie die Maria spielt, könnte zur Folge haben, dass sie parallel ausgestrahlt wird. „Lustig, da wäre ich gleichzeitig Amateur- und Profi-Kieberin.“ Nicht selten arbeitet sie mit ihrem Sohn, dem Regisseur Marvin Kren. „Im Jänner dreh’ ich mit ihm in Prag eine Serie, die ,Freud’ heißt, acht Folgen, da bin ich sehr eingesetzt — für Netflix.“

„Für mich ist es wichtig, dass ich das noch immer mit Lust und Laune mache“, sagt „Soko“-Dauerbrenner Stefan Jürgens. „Im Moment haben wir große Veränderungen — und die sind ja auch immer wieder spannend.“ Brigitte Kren liefere wunderbare neue Impulse … In dieser Staffel wird die 200. Folge gedreht. Das habe er nicht gewusst, sagt der Deutsche Jürgens. In der 100. Folge habe Otto Sander seinen Vater gespielt, das wisse er noch. Den Pöstlingberg übrigens kennt er gut. „Ich glaube, wir haben hier schon gedreht. Und im Rosengarten habe ich ja Musik gemacht.“ Sie sind halber Österreicher? „Ich bin kein Wiener Schnitzel, aber ein Schnitzel Wiener Art.“