Es gilt, genau hinzuhören …

Ein Polittheater in Mauthausen zum Gedenken an die Menschenhatz

In „Alles kann passieren!“ wird der Sprache mächtiger Männer auf den Zahn gefühlt.
In „Alles kann passieren!“ wird der Sprache mächtiger Männer auf den Zahn gefühlt. © Georg Soulek

Die Aufmerksamkeit zu schärfen für totalitäre und menschenverachtende Keime in uns selbst sowie in unserer Gesellschaft, dafür setzt sich die perspektive mauthausen ein — und dafür niemals zu vergessen. Zur jährlichen Kultur- und Gedenkveranstaltung in Erinnerung an jene Nacht von 1. auf 2. Februar 1945, als auf einen Massenausbruch sowjetischer Häftlinge aus dem KZ Mauthausen die sogenannte Mühlviertler Menschenhatz folgte, lädt die perspektive mauthausen heute zu einem Abend ein, der zum genauen Hinhören — auch in der Gegenwart — Mut machen soll. Das Wiener Burgtheater gastiert mit „Alles kann passieren!“, einem Polittheater von Doron Rabinovici und Florian Klenk, ab 20 Uhr im Donausaal Mauthausen.

In dem 70-minütigen Stück mit Stefanie Dvorak, Sabine Haupt, Petra Morzé und Barbara Petritsch montierte Schriftsteller Rabinovici Reden von Europas neuen starken Männern zu einem Mosaik und zeigt: „Alles kann passieren, weil es eben nicht unangekündigt geschieht. Das Unsägliche wird ausgesprochen, damit es nicht mehr das Unerhörte ist.“ Die Sprache macht hörbar, was vor sich geht.

„Ich habe das Stück im Vorjahr im Burgtheater gesehen und da haben wir beschlossen, es in Mauthausen auf die Bühne zu bringen“, erzählt Walter Hofstätter, Vorsitzender der perspektive mauthausen, der auch auf die Gedenkfeier im Mai verweist, im Zuge derer u. a. das neue Informationszentrum, ein kleiner Holzbau, vor dem Eingang der KZ-Gedenkstätte „Bergkristall“ — ein Projekt der Gemeinde St. Georgen an der Gusen — eröffnet werden soll.

Karten für „Alles kann passieren!“:
Sparkasse, Raiffeisenbank, Gemeindeamt, Pfarre Mauthausen sowie beim Veranstalter

Von Astrid Braun

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