Hilfswerk-Obmann Hattmannsdorfer präsentiert den Pflegemonitor 2020

Hilfswerk-Obmann Hattmannsdorfer präsentiert den Pflegemonitor 2020

Präsentierten den Pflege-Monitor 2020 (v. l.) IMAS-Meinungsforscher Paul Eiselsberg, Hilfswerk-GF Viktoria Tischler und Hilfswerk-Obmann Wolfgang Hattmannsdorfer.
Präsentierten den Pflege-Monitor 2020 (v. l.) IMAS-Meinungsforscher Paul Eiselsberg, Hilfswerk-GF Viktoria Tischler und Hilfswerk-Obmann Wolfgang Hattmannsdorfer. © OÖ. Hilfswerk

Die Pflegesituation ist durch die Corona-Krise schwieriger geworden, finden 57 Prozent der Oberösterreicher, wobei für 36 Prozent die Pflege Angehöriger eine große Rolle spielt. Vor dem Hintergrund einer aktuellen IMAS-Umfrage unter 500 Oberösterreichern ab 16 Jahren präsentierten gestern Hilfswerk-Landesobmann Wolfgang Hattmannsdorfer und Hilfswerk-GF Viktoria Tischler den Pflegemonitor 2020.

Die wichtigsten Anliegen aus der Umfrage seien, im Alter jemanden in der Nähe zu haben, mit dem man täglich reden kann (81 Prozent), den Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen zu können (67 Prozent) und auch, im Bedarfsfall in einem Seniorenheim aufgenommen zu werden (69 Prozent).

Mehr Tagesbetreuung und Entlastung für Angehörige

Es brauche ein breites Angebot — etwa den Ausbau von Tagesbetreuung — und eine echte Wahlfreiheit, betonte Hattmannsdorfer. Er sah in der von der Landesregierung beschlossenen Pflegenovelle einen großen Schritt zur Entlastung für Pflegemitarbeiter.

Jeder vierte Befragte gab an, einen Pflegefall in der eigenen Familie zu haben (25 Prozent). Damit lag der Wert spürbar höher als noch 2014 (17 Prozent). Der Großteil (51 Prozent) wird von Familienangehörigen gepflegt, daher fordert Hattmannsdorfer eine Entlastung pflegender Angehöriger und begrüßt den den von der Regierung angekündigten Pflege-Daheim-Bonus. Für die Zukunft wünsche er sich eine Weiterentwicklung beim Pflegegeld mit Anreizen — etwa mit einem Gutschein-System. –he–

Mehr als 400 Pflegebetten stehen in Oberösterreichs Alten- und Pflegeheimen leer, obwohl die Wartelisten auf einen Pflegeplatz immer länger werden. „Dieser Zustand ist nicht neu und die Zahl der freien Pflegeplätze ist eher im Steigen als im Sinken. Gleichzeitig nimmt die Zahl der hochbetagten Menschen im Land in den kommenden Jahren stark zu“, betont Seniorenbund-Landesobmann LH a.D. Josef Pühringer, der sich daher für die Pflegelehre stark macht, weil die Personalnot steige.

Außerdem spreche ein Lehrberuf Pflege auch Jugendliche an, die sich vielleicht andere Ausbildungswege nicht zutrauen, aber durchaus die menschlichen, sozialen und fachlichen Voraussetzungen für den Beruf mitbringen.

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