Christian Haubner

Meinung

von Christian Haubner

Es ist an der Zeit

Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen ist etwas, das die heimische Politik zu Recht beharrlich verfolgt. Nur in ihrem ureigensten Bereich – vor allem bei Politikerinnen, die Kinder bekommen – gibt es noch erheblichen Nachholbedarf.

Die Möglichkeit einer Karenz ist zwar bei zeitlich begrenzten Funktionen tatsächlich schwierig zu gestalten. Derzeit gibt es aber nicht einmal den für alle anderen Berufstätigen vorgesehenen Mutterschutz acht Wochen vor und nach der Geburt des Kindes.

Rechtlich mag auch das schwierig umzusetzen sein, unter anderem weil politische Ämter eben nicht als Beruf, sondern als Funktion gelten. Dennoch erscheint eine adäquate Lösung notwendig. Andernfalls besteht die Gefahr, dass es junge Frauen mit Kinderwunsch eher ablehnen, Bürgermeisterin, Abgeordnete oder Bundesrätin zu werden.

„Eine Mutterschutz-Regelung für jene, die politische Ämter bekleiden, sollte da nicht zu viel verlangt sein.“

Das wiederum wäre eine fatale Entwicklung, weil wir es als Gesellschaft nicht akzeptieren dürfen, auf dieses große Potenzial zu verzichten. Der Frauenanteil bei österreichischen Studienabschlüssen liegt seit Jahren zwischen 66 und 69 Prozent.

In der Politik ist er weit darunter. Eine Art Mutterschutz-Regelung über insgesamt 16 Wochen für jene, die politische Ämter bekleiden, sollte da nicht zu viel verlangt sein.

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