„Es ist eine riesengroße Ehre“

Beim EM-Märchen 2017 war OÖ-Kickerin Wienroither noch Fan, jetzt hat sie ein Stammleiberl

Die Begeisterung für den Fußball ist Außenverteidigerin Laura Wienroither (23) anzusehen.
Die Begeisterung für den Fußball ist Außenverteidigerin Laura Wienroither (23) anzusehen. © ÖFB/Christopher Glanzl

Von Frankenburg aus eroberte Laura Wienroither die große Fußball-Welt. Linz-Kleinmünchen, Neulengbach, St. Pölten, Hoffenheim und schließlich Anfang des Jahres der Sprung auf die Insel zu Arsenal London — die 23-jährige Außenverteidigerin lebt ihren Traum.

Bevor für sie und das Frauen-Nationalteam der Countdown für die EURO 2022 so richtig beginnt, steht am Freitag (20.30/live ORF Sport+) in Wr. Neustadt gegen Nordirland das wohl entscheidende WM-Quali-Match um Platz zwei und damit das Play-off-Ticket auf dem Programm.

VOLKSBLATT: Das Duell gegen Nordirland ist ein erstes entscheidendes Match zum WM-Traum. Wie groß ist die Anspannung?

LAURA WIENROITHER: Wir wissen um unsere Stärken, werden uns gut vorbereiten und versuchen, das Ganze mit Gelassenheit anzugehen.

Das nächste Highlight ist dann die EURO im Juli. Wissen Sie noch, wie Sie das EM-Märchen 2017 erlebt haben?

Das war der Sommer, als ich nach St. Pölten gewechselt bin. Die Spiele habe ich meist in Wien beim Public Viewing verfolgt.

Fünf Jahre später dürfen Sie selbst auflaufen — und das in Ihrer fußballerischen Heimat.

Es ist eine riesengroße Ehre, mit diesem Team eine EURO spielen zu dürfen. Noch dazu in England, das meiner Meinung nach momentan die beste Plattform für einen Frauen-EM ist, wenn man mitbekommt, was dort jetzt schon im Vorfeld passiert, welche Stadien zur Verfügung gestellt werden. Das wird auf jeden Fall ein einzigartiges Erlebnis.

Wie haben Sie sich eigentlich eingelebt in London?

Sehr gut, es fühlt sich an, als wäre ich schon viel länger als ein halbes Jahr dort. Die Mannschaft ist mega-cool und ich habe schon mehr Spielzeit bekommen, als ich erwartete hatte.

Hätten Sie jemals gedacht, einmal mit Fußball Ihr Geld zu verdienen?

Nein, ehrlich gesagt nicht. Ich wollte immer das Bestmögliche herausholen, aber ich hätte es mir nie erträumen lassen, dass ich irgendwann einmal die Möglichkeit habe, auf so einem Niveau zu spielen, wie ich es gerade mache. Deswegen bin ich sehr, sehr dankbar für den Weg, den ich habe gehen dürfen.

Wesentlich war dabei auch die ÖFB-Frauen-Akademie in St. Pölten. Wie wichtig ist diese für den heimischen Frauen-Fußball?

Megawichtig. Ich glaube, es ist für eine junge Spielerin einfach der beste Schritt, weil du mit den Nationaltrainern trainierst und wirklich den Leistungssport mit der Schule vereinbaren kannst. Ich denke, wenn man Fußball auf so professionellem Niveau spielen will, ist das einfach eine Grundvoraussetzung.

Haben Sie schon Pläne für nach der Karriere?

In Hoffenheim hab ich Sportwissenschaft studiert, das hat man aber leider nicht umlegen können auf ein Fernstudium. Das ist aber jedenfalls ein Bereich, in dem ich mich in Zukunft auch sehe oder auch der Bereich Medien. Nach der EURO möchte ich ein Fernstudium beginnen.

Seit Ihrer Entscheidung mit 14 für das Internat wohnten Sie eigentlich nie mehr zuhause. Welche Rolle spielt für Sie Ihre Heimat Frankenburg?

Eine sehr, sehr große. Wenn ich ein, zwei freie Tage finde, fahre ich sehr gern nach Hause. Auch wenn ich nicht oft dort bin, fühle ich mich bei meiner Familie einfach daheim. Ich bin ihr auch sehr dankbar für die Unterstützung, die sie mir auf meinem Weg gegeben hat.

Wie bewerten Sie die Entwicklung, dass in Oberösterreich jetzt alle Erst- und Zweitligisten der Männer zumindest eine Kooperation im Frauen-Fußball haben?

Das ist ein Grundstein, damit man international nicht den Anschluss verliert. Es ist ein guter Schritt, weil man so auch finanziell eine andere Unterstützung hat.

Zurück zum Nationalteam. Wie würden Sie die aktuelle Mannschaft beschreiben?

Es ist ganz wichtig, dass es man einen guten Mix aus erfahrenen und jungen, wilden Spielerinnen findet. Uns zeichnet einfach aus, dass wir einen Mega-Zusammenhalt in der Mannschaft haben. Wir wissen, wir können uns auf die anderen verlassen — auf und abseits des Platzes. Ich würde jedenfalls für die Mannschaft das letzte Hemd geben.

Abschließend: Warum sollen die Fans am Freitag unbedingt nach Wr. Neustadt kommen?

Wir haben das letzte dreiviertel Jahr echt immer gute Leistungen gezeigt und deswegen würde es sich auf alle Fälle schon lohnen, die Fahrt auf sich zu nehmen. Es ist ein Match, in dem es um viel geht und dementsprechend werden wir alles geben. Es wird ein cooles Spiel.

Mit ÖFB-Teamspielerin LAURA WIENROITHER sprach Tobias Hörtenhuber

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