Es muss Punk sein: Frittenbude in Linz

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Zur Begrüßung der Schmachtfetzen „Time of my Life“ aus der Konserve. Das war’s mit der lieben alten Ironie. Schön, dass wir am Leben sind, sagt Sänger Johannes Rögner, gar nicht schön „Nazis in unseren Parlamenten“.

Deutsche Unverblümtheit, Tempo, Tempo! Es hämmert, der Bass wühlt grob in die Magengrube. Auftakt mit „Und täglich grüßt das Murmeltier“, Geschichte werden wir nicht los. Frittenbude, das heißt sonst auch intelligente Nabelschau, Texte für eine melancholische Jugend, melodiöser Pop und HipHop. Am Freitag war die Band aus Geisenhausen in Bayern betont politisch und Punk. „Hallo, hallo, hallo Deutschland/Du fühlst dich immer noch so deutsch an“ sangen Frittenbude bereits 2012.

Heute „Deutschland 500“ noch dringender und drängender, die Hasspartei mittlerweile auch Königsmacherin. Der Linzer Posthof war annähernd voll, Frittenbude auf „Rote Sonne“-Tour. Vom jüngsten Album ein elektrisierendes „Die Dunkelheit darf niemals siegen“, fast schon Rock’n’Roll die Nummer „Süchtig“. Martin Steer traktiert die E-Gitarre und posiert auf den Boxen, Jakob Häglsperger turnt am Drumcomputer herum.

Frontmann Rögner ein Antreiber, der Wodka in die Menge reicht oder bei zu viel Hitze im Saal mit Spritzgewehr abkühlt. Die Frittenbude-Klassiker „Bilder mit Katze“ und „Die Möglichkeit eines Lamas“ lassen kurz leichteres, fröhliches Leben ahnen. „Mindestens in 1.000 Jahren“ beschließt den ordentlichen Teil, die Meute ein formidabler Chor, ruft verwegen: „Das ist Kunst!“ Eine Ermunterung für die, die grad

traurig herumkrebsen, die Zugabe „Steven Seagull“, als Rausschmeißer Acid-Bumm-Bumm mit „Hildegard“.

Entschlossener Auftritt, für nette Nuancen war dabei diesmal echt nicht der richtige Ort. Christian Pichler

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