ZTE-Geschäftsführer Woschitz: „Smartphones rücken weiter in den Lebensmittelpunkt“

ZTE-Geschäftsführer Christian Woschitz: „Bei den Smartphones wollen wir heuer klare Nummer Vier am österreichischen Markt werden.“
ZTE-Geschäftsführer Christian Woschitz: „Bei den Smartphones wollen wir heuer klare Nummer Vier am österreichischen Markt werden.“ © ZTE

Durch Corona hat es einen Digitalisierungsschub gegeben. Ist der auch auf dem Mobilfunksektor spürbar?

CHRISTIAN WOSCHITZ: Die Pandemie hat uns vor Augen geführt, dass stabile und zuverlässige Telekomnetze die Basis für Homeschooling, Home-Office und digitale Unterhaltung sind. Wir wurden daran erinnert, dass eine verlässliche und funktionierende digitale Infrastruktur entscheidend ist, um gesellschaftliche und wirtschaftliche Prozesse aufrechtzuhalten, gerade in Zeiten von Lockdowns.

Durch Home-Office ist der Bedarf an Breitbandanschlüssen im privaten Bereich schlagartig gestiegen. Der Mobilfunksektor ist unabhängig von der Pandemie einer der wichtigsten Treiber bei der Digitalisierung. Wir erleben gerade eine Zeitenwende von 4G zu 5G. Es tut sich im Bereich Digitalisierung vieles in der Breite, aber natürlich auch in der Spitze.

Beschränkt sich die Smartphone-Nutzung letztendlich nicht bloß auf Nachrichten, Webbrowsen, Telefonieren, Wecker und Taschenlampe?

Das hängt natürlich stark von den Altersgruppen ab. Studien zum Nutzungsverhalten von Teenagern zeigen, dass Musik und Video noch vor Telefonie gerankt sind, gefolgt von Internet- und Kameranutzung. Das Smartphone dient hier nicht nur als Kommunikationsmedium. Ich bin davon überzeugt, dass Smartphones in Zukunft noch weiter in unseren Lebensmittelpunkt rücken werden – zum Beispiel zum Erledigen von Amtsgeschäften durch das „Digitale Amt„, der „Digitale Führerschein“ und es wird mittelfristig auch die Brieftasche durch „digitale Zahlungsservices“ ersetzen. Auch im Berufsleben werden durch die Digitalisierung unsere Smartphones zum Informations- und Steuerungszentrum. Es wird auf alle Fälle spannend bleiben und mittels 5G werden noch viele weiter Services und Anwendungen auf unserem Smartphone Einzug halten, beispielsweise Online-Gaming.

Welchen Marktanteil hat ZTE in Österreich aktuell?

ZTE hat es geschafft, innerhalb von zehn Jahren zu einem der wichtigsten Ausstatter im Bereich der Telekommunikationstechnologie in Österreich zu werden. Da haben wir einen Marktanteil von 30 Prozent. Im Bereich der Endgeräte ist ZTE mit rund 40 Prozent Marktanteil bei den mobilen Routern fast nicht mehr wegzudenken. Bei den Smartphones sind wir gerade dabei, durchzustarten und sehen viel Potenzial nach oben – derzeit liegt der Marktanteil noch im einstelligen Prozentbereich. Als Drehscheibe für Osteuropa hat der Standort Österreich für unseren Konzern enorme Wichtigkeit und wir sind stets bestrebt, neue Partnerschaften mit lokaler Wertschöpfung zu schließen.

Welchen Marktanteil strebt ZTE bis Jahresende an?

Wir sind bestrebt den Standort heuer weiter zu stärken und speziell im Bereich von 5G unsere Marktanteile weiter auszubauen. Gerade der Bereich von sogenannten Campus-Netzwerken wir eines der wichtigsten Geschäftsfelder in den kommenden Jahren, denn bald wird 5G mittels ultraschneller 5G-Technologie und einer sogenannten Campus Edge Cloud aus der Industrie nicht mehr wegzudenken sein. Höchst präzise Prozesssteuerungen in Echtzeit werden die Smart Factory von morgen definieren und ihr einen klaren Wettbewerbsvorteil bringen. Fernwartungen und remote-working wird auch in den Industriebetrieben das Arbeitsleben verändern. Hier zählt ZTE global zu den Besten und daher sehe ich enormes Wachstumspotenzial. Bei den Smartphones wollen wir heuer klare Nummer Vier am österreichischen Markt werden und spätestens 2022 einen Marktanteil von mehr als zehn Prozent erreichen. ZTE wird 2021 eine Reihe von 5G-Smartphones auf den Markt bringen und mit unserem Flaggschiff, dem Axon 30 Pro, neue Maßstäbe im Premiumbereich definieren.

Mit ZTE-Geschäftsführer CHRISTIAN WOSCHITZ sprach Oliver Koch

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