Es wird zusammengerückt

Lokalaugenschein im Salzkammergut: Noch keine Entwarnung, nächster Schnee kommt

LH Stelzer (im Bild mit Christoph Preimesberger, Landesleiter der Bergrettung), verschaffte sich in Hallstatt einen Eindruck von der aktuellen Lage.Obwohl 45 Schüler aus Dortmund samt Lehrer eine Woche lang am Hochberghaus eingeschneit waren, genossen sie den Aufenthalt, der gestern mit einer Bergung per Hubschrauber des Bundesheeres endete. Kl. Bild: Direktor Erwin Eßmann und Lehrerin Claudia Van Galen
LH Stelzer (im Bild mit Christoph Preimesberger, Landesleiter der Bergrettung), verschaffte sich in Hallstatt einen Eindruck von der aktuellen Lage. © Land OÖ

HALLSTATT/ROSENAU — Nach tagelangen Schneeschauern war am Freitag endlich schönes Flugwetter, so dass die Lawinenlage in den oö. Bergen erkundet und mancherorts auch die bedrohlichen Schneemassen gesprengt oder mit einem sogenannten Downwash von den Bäumen geweht werden konnten. Dazu war es nötig, während der Sprengung Straßen bzw. Zugstrecken zu sperren. Der nächste Schnee ist aber schon wieder im Anmarsch, vor allem ab Sonntag soll sich die Wetterlage wieder zuspitzen.

„Tage wie diese zeigen: Das Land rückt zusammen und niemand wird allein gelassen. Wir müssen aber auch damit rechnen, dass die angespannte Situation in den nächsten Tagen noch weitergeht. Für Sicherheit wird jedenfalls gesorgt“, betonte LH Thomas Stelzer, der sich am Freitag selbst ein Bild von der Lage in Hallstatt im inneren Salzkammergut machte, das vorübergehend am Landweg nicht erreichbar war. Er bedankte sich bei den Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei, Wasser- und Bergrettung sowie dem Lawinenwarndienst.

Schülergruppe mit dem Hubschrauber gerettet

Von zwei Agusta-Bell-Hubschraubern des Bundesheeres wurden am Freitag 45 Schüler und ihre Lehrer aus Dortmund, die eine Woche lang im Hochberghaus in Grünau festgesessen waren, zur Kasberg-Talstation geflogen. „Eine Abfahrt mit Skiern war ebenso nicht möglich, wie eine Bergung mit Pistenraupe oder Skidoo“, erklärte Moritz Galsterer, Sprecher der Luftstreitkräfte. Die Jugendlichen haben diese Woche trotzdem genossen, mit Candle-Light-Dinner und abends ohne Handy. „Ich denke, diese Woche hat alle sehr zusammengeschweißt“, so Direktor Erwin Eßmann.

Unvermindert weiter geht der Einsatz des Bundesheeres mit 200 Soldaten in Rosenau, in Spital/Pyhrn, Edelbach und in Ebensee, um Dächer von der enormen Schneelast zu befreien. „Im Grunde sind es die gleichen Gebiete und Objekte im Salzkammergut, die bereits 2006 massiv betroffen waren“, schildert Presseoffizier Gerhard Oberreiter. Erst am Donnerstag war kurz nachdem 70 Soldaten ihre Arbeit auf dem Dach einer Produktionshalle beendet hatten, ein Teil des Daches eingestürzt. Verletzt wurde niemand. Am Freitag wurden 50 Polizeischüler nach Rosenau abkommandiert. Und auch 1400 Feuerwehrleute von 120 Wehren waren in OÖ wieder im Einsatz.

Im Dauereinsatz ist auch die 550-köpfige Belegschaft der oö. Straßenmeistereien. „Seit Oktober wurden bereits 30.081 Tonnen Streusalz verbraucht“, zog LR Günther Steinkellner eine erste Zwischenbilanz. In den Vorjahren lag der Salzverbrauch bei 13.500 bis 23.800 Tonnen.

80 Techniker der Netz OÖ und der Energie AG Tech Services sind seit Tagen damit beschäftigt, Mittel- und Niederspannungsleitungen zu reparieren, die von umfallenden und knickenden Bäumen beschädigt wurden. Am Freitag waren in ganz OÖ auch noch 26 Schulen geschlossen.

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