Meinung

von Christian Haubner

Eskalationsspirale

Dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit der Grenzöffnung und dem Bus-Transfer von Flüchtlingen an die EU-Außengrenze eine Erpressung versucht, stand von Beginn an außer Frage.

Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dann war dies seine Forderung, wonach die Situation gelöst werden könne, wenn die EU seine Syrien-Politik unterstützt. Dass er bereit ist, dieses perfide Spiel auf dem Rücken Tausender Menschen fortzusetzen, wurde gestern klar: 1000 türkische Einsatzkräfte sollen verhindern, dass die Flüchtlinge wieder in die Türkei zurück gelangen, sodass diese nunmehr im Niemandsland festsitzen.

Trotz alledem muss die EU das Gespräch auch mit Erdogan suchen. Denn eine rasche Lösung dieses Dilemmas ist nicht zuletzt aus humanitären Gründen unabdingbar. Jetzt ist die Zeit der internationalen Diplomatie, die Ergebnisse liefern muss. Klar muss dabei sein, dass es auf beiden Seiten rote Linien gibt.

„Jetzt ist die Zeit der internationalen Diplomatie, die Ergebnisse liefern muss.“

Die EU kann sich auf eine unkontrollierte Einwanderung kein zweites Mal einlassen, denn das hätte riesige politische und soziale Spannungen zur Folge. Und die Türkei erwartet sich ohne Zweifel finanzielle Zugeständnisse. Damit sind die Ausgangspositionen abgesteckt. Und Erdogan sei ins Stammbuch geschrieben: Man sollte eine Eskalationsspirale nie überdrehen.

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