Esthofener Gipfelsturm

Pikes Peak auf gut oberösterreichisch – das ist das Internationale Automobil-Bergrennen von Esthofen

Nicht das Alter, die Geschwindigkeit zählt beim 31. Internationalen Automobil-Bergrennen des MSC Rottenegg am Wochenende von Esthofen hinauf nach St. Agatha.
Nicht das Alter, die Geschwindigkeit zählt beim 31. Internationalen Automobil-Bergrennen des MSC Rottenegg am Wochenende von Esthofen hinauf nach St. Agatha. © MSC Rottenegg/Binder

Was den motorsportbegeisterten US-Amerikanern ihr legendäres Pikes-Peak-Bergrennen ist, das ist hierzulande ein nicht minder legendäres Befahren der Michaelnbach-Stauffer Landstraße von Esthofen hinauf nach St. Agatha.

3210 Meter Streckenlänge, Fahrzeit gut 62 Sekunden. Diese Bestmarke setzte 2017 Christian Merli im Osella F30, der Italiener flog dabei mit sensationellen 185 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit den Berg hinauf.

Heuer werden gut 200 Teilnehmer versuchen, dieser Bestzeit möglichst nahe zu kommen, im Abstand von 20 Sekunden donnern die einzelnen Renngeräte über die Strecke.

Gute Chancen auf eine „Rekordbesteigung“ hat der Vorarlberger Christoph Lampert, der ebenfalls einen Osella ins Aschachtal bringen wird.

Gut 700 Pferdestärken bringen gleich etliche Geräte auf den Asphalt, von Lola, Norma, Reynard, Ferrari, BMW, Porsche oder Audi S1R reicht die Bandbreite bis hin zum historischen Rennsemmerl namens Steyr-Puch 650 TR.

Tausende Rennsportfans werden am Wochenende Boliden und Piloten aus nächster Nähe begutachten können, das offene Fahrerlager im Weiler Esthofen ist prädestiniert für Benzingespräche, Fotos und Gehörstürze.

Elektro-Autos?

Im Ernst, bei der Pressekonferenz im Thalhammer’s am Feldkirchener Badesee fragte ein Passant beim Anblick von Alexander Franks PRC 2000, ob dies etwa ein Elektro-Auto sei. „Man sieht ja gar keinen Auspuff!“

Muss man auch nicht, hören hingegen kann man den Motor recht gut, bei einem Startversuch in unmittelbarer Nähe wäre vielmehr ein Gehörschutz anzuraten.

Diesen sollten Eltern ihren kleinen Kindern auch tunlichst über die Lauscher stülpen. Mit Vollgas aus dem Startbereich donnernde Boliden kommen dem Lärmpegel startender Düsenflugzeuge sehr nahe, weit über 100 Dezibel sind mehr die Regel, denn die Ausnahme.

Einen Vorgeschmack darauf geben die Trainingsläufe am Samstag ab 12, am Sonntag ab 8.30 steigt noch ein Training, ehe ab 12 der Ernst des Bergrenn-Lebens beginnt. Fahrer aus zehn Nationen werden in 31 Klassen am Ablauf stehen, die Rennen zählen zur FIA Zonen-EM, dem FIA Bergrennpokal, dem KW Berg-Cup und natürlich der ÖM Berg und Berg historisch.

Das Wochenendticket ist mit 20 Euro moderat gehalten, für ein optimales Rennerlebnis garantiert zum 31. Mal der MSC Rottenegg. AHA