Meinung

von Manfred Maurer

Etappensieg für Putin

Kommentar zu Macrons Wahlschlappe.

„Es läuft plangemäß“. Diese seit Wochen vielfach aus Moskau tönende Statusmeldung zum Krieg in der Ukraine ist militärisch betrachtet reines Wunschdenken. In politischer Hinsicht läuft es aber etwas besser. Nach den Frankreich-Wahlen knallen im Kreml jedenfalls die Krimsektkorken.

Präsident Macron fing eine schallende Ohrfeige ein, linke wie rechte Extremisten sind im Höhenflug. Gemeinhin wird natürlich der Aufstieg des Rassemblement Nationale als die größere Katastrophe beklagt, weil die Linke auch in Frankreich ihren Extremismus mit dem — ungeachtet seiner historisch erwiesenen Giftigkeit noch immer auf viele verlockend wirkenden — Zuckerguss der sozialistischen Utopie camoufliert.

Tatsächlich eint den Linksextremisten Mélenchon und die mit russischen Krediten geförderte Marine Le Pen neben ihrer Abneigung gegen die EU ein fanatischer Anti-Amerikanismus, der den Blick auf Putins Verbrechen trübt.

Mélenchons Ruf nach dem Austritt aus der Nato wird ebenso wenig Realität wie sein Traum vom Posten des Regierungschefs. Aber Macrons Handlungsspielraum im Schraubstock der Extremisten wird stark eingeschränkt, ganz abgesehen von den fatalen Kosten der absehbaren Zugeständnisse, die der angezählte Präsident nun wird machen müssen.

Ein schwaches Frankreich schwächt auch Europa. In dieser Hinsicht läuft es also gar nicht so schlecht für Putin.

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