„Ethno“: Modische Reise durch die Kontinente …

Wenn wir auch physisch zurzeit nicht die Welt bereisen können, so besteht zumindest die Möglichkeit, optisch die Kontinente zu besuchen. Die Modekreativen lassen sich für diesen Frühling/Sommer von verschiedensten Kulturen inspirieren und präsentieren einen multikulturellen Style, der vielleicht ein wenig die Sehnsucht nach der Ferne stillt.

Jason Wu © AFP/Coppola

Gewürzfarben wie Curry, Safran, Zimt und Muskat erinnern an reges Leben auf dem Basar. Gemischt mit hellen Naturtönen wie Sand, Indigoblau und Weiß wirken die gedeckten Töne richtig sommerlich. Dabei gilt: Einfarbig ist hier fast nichts! Blüten und Blätter ranken sich über Kleider und Tunikas, Ornamente schmücken Frühlingstuch und Sommerturban.

Batikdrucke verschönern Kimonojacken, und auch Streifen dürfen mitspielen: Blusenshirt und Hose sind jetzt aus dem gleichen, gedeckten Längsstreif und werden so zum lässig-modischen Anzug. Besonders im Trend liegen große und plakative Musterungen.

Das gilt auch für die asiatisch anmutenden Porzellanprints und die folkloristischen Stickereien. Gestickt wird sowieso jede Menge: Perlen und Schmucksteine schmücken — auch tagsüber — Ärmel und Krägen. Wem das im Alltag zu viel ist, der setzt auf floral bestickte Tücher und perlenverzierte Taschen.

Ponchos, Tunikas & Co.

Besonders beliebt für die kommenden warmen Tage sind Ponchos mit Jaquardmuster, bestickte Tunikas und Oversize-Kimonojacken, die mit Ledergürtel auf Taille getrimmt werden. Kombiniert mit Jeans entsteht ein unkomplizierter Mix mit Hippieflair. Übrigens: Das Modeteil dieses Sommers sind die seidig-fließenden Kimonojacken, die als Blusenersatz auch zu High-Waist-Hosen getragen und dabei in den Bund gesteckt werden.

Fließend trifft fest

Typisch für den weltumspannenden Ethnotrend sind Teile aus samtigem Stoff. Passend zur warmen Jahreszeit wird allerdings nicht zu dick und flauschig aufgetragen. Zum Samtjäckchen passt sowohl fließende Seide oder glänzender Satin als auch die neue geformte Jeans. Eindeutig luftiger ist da Hose, Bluse oder Kleid in aktueller Leinenoptik oder gleich semitransparente Kleider, die — zugegeben — am einfachsten über Badekleidung zu stylen sind. Rauh- und Glattlederteile ergänzen den Look und liefern das gewisse Etwas.

Gehäkelt und gefranst

Do-it-yourself-Optik in edlen Naturtönen oder in strahlendem Weiß bringen Kleider, Röcke und Sommerpullunder in luftig-grobem Häkeldesign oder femininer Lochstickerei. Die subtile Transparenz sieht aber auch — besonders bei leicht gebräunter Haut — unwiderstehlich gut aus. Wer sich nicht von Kopf bis Fuß in Häkelware hüllen möchte, greift zu Teilen mit raffinierten Locheinsätzen im Taillen-, Ärmel- oder Beinbereich oder wählt einfach Accessoires in Garnoptik. Cool wirken stylische Fransen auf Schultern, Nähten und Säumen. Auch Accessoires werden diese Saison mit den schwingenden Fäden verziert.

Jeans

Denim geht sowieso immer. Auch diese Saison gibt es kaum eine Kollektion, die ohne das widerstandfähige Material auskommt. Diesen Frühling und Sommer wird das Denimhemd und die Boot-Cut-Jeans in dunkelblauem Jeansstoff getragen. Einen gänzlich neuen Jeanslook liefern Denim-Patchwork-Teile. Ursprünglich aus Spargründen ins Leben gerufen erlebt der Flicken-Look sein x-tes Revival und wird wild, bunt und sommerlich umgesetzt. Und auch richtig kontrastreiche Waschungen gehören zum Look des Sommers 2021.

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