Etwas mehr Wiener Schüler mit nichtdeutscher Umgangssprache

ÖVP und FPÖ nahmen am Donnerstag neue Zahlen des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) über Wiener Schüler mit nichtdeutscher Umgangssprache – 52,5 Prozent wurden ausgewiesen – zum Anlass für Kritik, einerseits an der rot-grünen Wiener Stadtregierung, andererseits an “rot-schwarz-grüner Massenzuwanderungspolitik”. Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) warnte vor “Parallelgesellschaften”.

“Integration wird dort schwierig, wo Parallelgesellschaften entstehen und eine Interaktion mit der österreichischen Gesellschaft nicht stattfindet. Das wird dort ein Thema, wo wir einen hohen Anteil an Zuwanderern haben”, sagte Raab in der “Kronenzeitung” – unter Hinweis auf die neuen Zahlen für Wien. Laut ÖIF ist der Anteil der Schüler mit nichtdeutscher Umgangssprache 2018/19 leicht gestiegen – auf 52,5 Prozent wienweit mit dem Spitzenwert von 72,7 Prozent im Bezirk Favoriten.

An einer Neuen Mittelschule in Margareten seien es sogar mehr als 90 Prozent, teilte Raab mit. Es sei wichtig, “dass diese Kinder Unterstützung bekommen, weil sie in den Familien nicht mit Deutsch vertraut geworden sind”, meinte sie auf den Hinweis, dass diese Zahlen laut Statistik Austria nichts über die Deutschkenntnisse der Kinder aussagt. Tausende Kinder seien in den Deutschklassen, von deren Sinnhaftigkeit die Ministerin trotz Expertenkritik “hundertprozentig” überzeugt ist.

Nicht so die SPÖ: Parteichefin Pamela Rendi-Wagner lehnte die Trennung der Schüler – in einer Pressekonferenz auf die Zahlen angesprochen – ab. Sie bekräftigte die Forderungen nach einem “integrativen Ansatz mit entsprechender pädagogischer Ausstattung” und einem zweiten verpflichtenden Gratis-Kindergartenjahr, um die Kinder mit den für die Schule nötigen Deutschkenntnissen auszustatten.

Die Wiener ÖVP – Stadtrat Markus Wölbitsch und Integrationssprecherin Caroline Hungerländer – kritisierte die Rot-Grün-Koalition: “Die Stadt Wien ignoriert die Herausforderungen in der Integration”, meinten sie und forderten ein Integrationskonzept mit klaren Maßnahmen, wie im Bund, wo es mit Deutschklassen und Werteschulungen “konkrete Maßnahmen und Sanktionen” gebe.

Der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp sieht nicht nur die Stadtregierung, sondern auch die ÖVP mit Sebastian Kurz mit der “Willkommenspolitik” 2015 verantwortlich für die neuen Zahlen. Er kritisierte “jahrelange ungezügelte Zuwanderungspolitik”.

Wie ist Ihre Meinung?