EU-Minister wollen Arzneimittelversorgung absichern

Die EU-Gesundheitsminister haben am Dienstag in einer Videokonferenz darüber beraten, wie angesichts der Corona-Pandemie die Arzneimittelversorgung in Zukunft sichergestellt werden kann. Gesundheitsminister Rudolf Anschober bekräftigte dabei, dass sich Österreich, gemeinsam mit anderen EU Mitgliedstaaten bemühe, die Produktion wesentlicher Arzneimittel zurück in den EU-Raum zu holen.

Die EU will die Abhängigkeit von Produktionen in Drittländern minimieren. Österreich sei seit vielen Jahren ein traditioneller Standort für die Produktion hochwertiger und innovativer Arzneimittel, so Anschober. Die Erfahrungen aus der derzeitigen Covid-19-Pandemie würden zeigen, dass die gemeinsamen politischen Bemühungen für einen Ausbau der Arzneimittelproduktion auf nationaler Ebene verstärkt werden müssen, um so eine unabhängige und krisensichere Versorgung der österreichischen Bevölkerung zu gewährleisten.

Gründe für Lieferengpässe stellen laut Anschober die Abhängigkeit der Hersteller von einem oder wenigen Vorlieferanten dar, die häufig außerhalb der EU ansässig sind. Lieferschwierigkeiten bei Ausgangsmaterialien und Rohstoffen führten in vielen Fällen in weiterer Folge zu Lieferengpässen auf dem europäischen Markt. Ebenso könnten Parallelexporte in andere EU Länder Lieferengpässe verursachen.

Gegenmaßnahmen wären sowohl auf nationaler, als auch auf europäischer Ebene notwendig und müssen unter Einbeziehung aller Stakeholder – Behörden, NGO, Industrie, Zulassungsinhaber, Großhändler, Apotheken – entwickelt und umgesetzt werden, sagte Anschober.

Der Gesundheitsminister verwies darauf, dass in Österreich mit 1. April 2020 die Verordnung über die Sicherstellung der Arzneimittelversorgung in Kraft getreten sei. Bei einer eingeschränkten Vertriebsfähigkeit eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels könnten die für Österreich bestimmten Kapazitäten aufgrund der Verordnung mit einem Exportverbot versehen. Die Arznei würde somit ausschließlich zur Versorgung der österreichischen Patienten Verwendung finden.

Die Mehrheit der EU-Staaten und die EU-Kommission würden die Notwendigkeit für ein koordiniertes Vorgehen auf europäischer Ebene zur Bewältigung dieses Problems als dringlich erachten. Ebenso sollten durch koordinierte Maßnahmen auf europäischer Ebene Maßnahmen gesetzt werden, um Patienten den Zugang zu neuen innovativen Arzneimitteln zu ermöglichen, sagte Anschober.

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