EU-Wahlkampf kommt auf Touren

FPÖ, Neos und Grüne offiziell gestartet, ÖVP folgt in dieser Woche

Offiziell beginnt Angelika Winzig erst heute den Intensivwahlkampf, aber schon im Vorfeld demonstriert die OÖ Volkspartei absolute Geschlossenheit. „Als ÖAAB unterstützen wir unsere landesweite ÖVP-Spitzenkandidatin Angelika Winzig mit voller Kraft. Auch wenn ihr Einzug ins europäische Parlament bedeutet, dass wir im Nationalrat eine fachlich hoch kompetente und in jedem ihrer Aufgabenbereiche engagierte Mitstreiterin in Richtung Brüssel verlieren“, streut ÖAAB-Obmann und ÖVP-Klubobmann August Wöginger seiner Stellvertreterin im ÖVP-Klub Rosen.
Offiziell beginnt Angelika Winzig erst heute den Intensivwahlkampf, aber schon im Vorfeld demonstriert die OÖ Volkspartei absolute Geschlossenheit. „Als ÖAAB unterstützen wir unsere landesweite ÖVP-Spitzenkandidatin Angelika Winzig mit voller Kraft. Auch wenn ihr Einzug ins europäische Parlament bedeutet, dass wir im Nationalrat eine fachlich hoch kompetente und in jedem ihrer Aufgabenbereiche engagierte Mitstreiterin in Richtung Brüssel verlieren“, streut ÖAAB-Obmann und ÖVP-Klubobmann August Wöginger seiner Stellvertreterin im ÖVP-Klub Rosen. © OÖVP

In knapp einen Monat wird ein neues EU-Parlament gewählt, mit diesem Wochenende begann der Intensivwahlkampf. Bereits am Freitagnachmittag startete in der Wiener Lugner City der blaue Spitzenkandidat Harald Vilimsky ins EU-Finish. Er wie auch FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache appellierten an die eigenen Anhänger, am Wahlsonntag auch wirklich aufzustehen. „Am 26. Mai findet eine Österreich-Wahl statt“, so Strache, denn: „Es geht um viel.“ Den Nerv ihrer Fans trafen Strache und Vilimsky wie gewohnt dann, wenn es um das Thema Flucht und Migration ging. Jene, die nicht arbeiten wollen oder kriminell geworden sind, müssten sofort „zurück in ihre Heimat“, so der Spitzenkandidat — „weil wir uns Zug um Zug unsere kulturelle Identität zurückholen wollen“.

Kurz darauf — am Freitagabend — läuteten die Neos mit einer Großveranstaltung im Wiener Urania-Kino in die Schlussphase des EU-Wahlkampfs ein. Aufgewertet wurde der Event dadurch, dass Beate Meinl-Reisinger nach nur wenigen Wochen Baby-Pause wieder ins Polit-Geschäft kurzzeitig zurückkehrte — offiziell wird sie in zwei Wochen wieder die Amtsgeschäfte übernehmen. Die pinke Spitzenkandidatin Claudia Gamon stellte erneut ihr Bekenntnis zu den „Vereinigten Staaten von Europa“ in den Vordergrund.

Am Samstag schließlich starteten die Grünen auf der Wiener Mariahilfer Straße. „Die Grünen kommen zurück, so viel traue ich mich schon anzukündigen“, rief Spitzenkandidat Werner Kogler einigen Hundert Unterstützern zu. Den Konnex von gesunder Umwelt und gesunder Ernährung stellte die Listenzweite Sarah Wiener in den Mittelpunkt. Sie kritisierte das Zerstörungswerk einer agrarindustriellen Landwirtschaft, die die Böden ruiniere und mit krank machenden Nahrungsmitteln den Weltmarkt dominiere.

Pressestunde-Reigen

Und gestern begannen mit KPÖ-Spitzenkandidatin Katerina Anastasiou die Auftritte in der ORF-Pressestunde. Sie sprach sich für die Enteignung bzw. Vergesellschaftlichung großer Konzerne aus. Diese seien oftmals die „Wurzel des Problems“. Kommenden Sonntag sind Johannes Voggenhuber (Jetzt) und Claudia Gamon (Neos) zu Gast.

Diese Woche startet als letzte Liste auch die ÖVP in einen kurzen aber intensiven EU-Wahlkampf — schon heute in Laakirchen OÖVP-Kandidatin Angelika Winzig und am Samstag in den Wiener Sophiensälen die Bundespartei, dort mit dabei EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber. Die Wahl am 26. Mai wird jedenfalls viele neue Gesichter ins EU-Parlament bringen: Zumindest 13 der jetzigen 18 Mandatare gehören dem nächsten EU-Parlament nicht mehr an. Der Doyen wird dann der 61-jährige Othmar Karas (ÖVP) sein, der schon seit 1999 für die ÖVP im EU-Parlament sitzt. Aktuell ist Josef Weidenholzer von der SPÖ der an Jahren älteste Abgeordnete — und Paul Rübig (ÖVP) der dienstälteste.

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