EU-weites Verbot von Mentholzigaretten

Der Verkauf von Menthol-Zigaretten ist seit Mittwoch in den Ländern der EU endgültig verboten. Das Verbot war bereits 2016 in Kraft getreten, bis zum 20. Mai galt aber noch eine Übergangsfrist. Das 2014 beschlossene EU-Gesetz betrifft allgemein Zigaretten und Rolltabak mit Aromastoffen; Menthol-Zigaretten sind davon mit Abstand am meisten verbreitet.

Die EU-Richtlinie gegen den Tabakkonsum, die auch die Warnungen auf Zigarettenpackungen vorschreibt, zielt in erster Linie darauf ab, junge Menschen davon abzuhalten, mit dem Rauchen anzufangen. Wissenschaftlichen Studien zufolge erleichtern Aromen wie Menthol die Inhalation und könnten deshalb das Rauchen für Anfänger erleichtern.

Der Marktanteil von Menthol-Zigaretten war seit Anfang der Nullerjahre bis 2012 EU-weit auf fünf Prozent angestiegen. In östlichen EU-Ländern liegt er noch deutlich höher.

In Polen enthält nach Angaben der Handelskammer fast jede dritte gerauchte Zigarette Menthol-Aroma. Dort hat das Verkaufsverbot anscheinend viele Raucher überrascht: Laut einer Umfrage der Verbraucherorganisation Forum Konsumentow wusste über die Hälfte der polnischen Raucher eine Woche vor Ablauf der Frist noch nichts davon. Jeder fünfte Befragte gab demnach an, notfalls Menthol-Zigaretten auf dem Schwarzmarkt zu kaufen.

In den Niederlanden haben viele Verbraucher in den vergangenen Monaten Vorräte an Menthol-Zigaretten angelegt, wie die Medien berichteten. In anderen Ländern wie zum Beispiel in der Schweiz ist der Verkauf weiterhin erlaubt.

In der EU ist der Anteil der Raucher von 40 Prozent im Jahr 2002 auf 28 Prozent im Jahr 2012 zurückgegangen. Nach wie vor aber gehen dort rund 700.000 vorzeitige Todesfälle auf Tabakkonsum zurück.

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