Eurofighter-Verhandlungen mit Indonesien werden konkret

Nächste Woche kommt es im Wiener Verteidigungsministerium zu einem hochrangigen Treffen: Indonesiens Militärchef Prabowo Subianto besucht Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP), um Gespräche über einen möglichen “Eurofighter-Deal” zu führen. Die “Krone” zitierte am Dienstag aus einem entsprechenden Schreiben Subiantos. Wie der Schwiegersohn des langjährigen Präsidenten Suharto unterstreicht, sei Indonesien dabei, aufzurüsten, um das Land verteidigen zu können.

Deshalb auch das Kaufinteresse an der rot-weiß-roten Abfangjägerflotte. Mit dem höflichen Wunsch, die bilaterale Verbindung zwischen Wien und Jakarta zu stärken, endet das Schreiben. Indonesien hatte erstmals im Sommer sein Interesse am Kauf der Flieger bekundet.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) sieht dem ersten Eurofigther-Treffen sehr positiv entgegen: “Im Anschluss an den Höflichkeitsbesuch beginnen unsere Experten mit Detailgesprächen. Mir geht es darum, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, damit wir die Thematik der Eurofighter endgültig beenden können.” Kommt das Geschäft zustande, wäre das der Schlusspunkt unter dem jahrzehntelangen Streit samt Anzeigen und Ermittlungen gegen Airbus. Ein Problem dabei ist allerdings, dass es für einen Verkauf der österreichischen Jets die Zustimmung aller vier Herstellerländer (Deutschland, Italien, Großbritannien, Spanien) sowie der USA braucht.

Der Verteidigungssprecher der Grünen, David Stögmüller, begrüßte, dass Tanner das Angebot Indonesiens ernsthaft prüft. Ziel müsse sein, die Eurofighter und die damit verbundenen Korruptionsvorwürfe sowie die “immensen Kosten, die die Eurofighter verursachen, so rasch wie möglich loszuwerden”.

Diese müssten mit der kostengünstigsten Alternative ersetzt werden, so Stögmüller. Dafür müsse “rasch” auf parlamentarischer Ebene mit Experten “eine breite Diskussion” geführt werden.

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