Europa droht neues Wettrüsten

Wenn USA den INF-Vertrag kippt, will Putin neue Raketen stationieren

Putin droht Europa.
Putin droht Europa. © AFP/Shemetov

Mit einer Gegendrohung wischt Kremlchef Wladimir Putin ein US-Ultimatum vom Tisch: Sollte Washington den INF-Vertrag zur Abrüstung von Mittelstreckenraketen aufkündigen, will Russland mit mit Kurz- und Mittelstreckenraketen aufrüsten. „Wie werden wir antworten? Ganz einfach: Wir werden das Gleiche tun“, sagte Kremlchef Wladimir Putin am Mittwoch in Moskau. Damit meinte er „etwa zehn Länder“, die bereits dabei seien, solche Waffen zu produzieren.

Die USA hatten Russland am Dienstag ein Ultimatum von 60 Tagen gesetzt, um neue Marschflugkörper zu vernichten. Die Waffen des Typs SSC-8 verstießen gegen den INF-Vertrag. Die Nato warf Russland erstmals geschlossen vor, mit den SSC-8 gegen den Vertrag zu verstoßen. Moskau bestreitet das und versichert Vertragstreue.

US-Präsident Donald Trump hatte Ende Oktober den Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag angekündigt. Bisher haben die USA diesen Schritt aber noch nicht formal vollzogen. Besonders die Europäer wollen Russland dazu bewegen, sich wieder an den Vertrag zu halten, um eine drohende nukleare Aufrüstungsspirale in Europa zu verhindern.