Ludwig Scharinger: 19. Oktober 1942 bis 10. Jänner 2019

Der Betriebs- und Sozialwirt aus Arnreit leitete 27 Jahre die Geschicke der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich

Der ehemalige Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ), Ludwig Scharinger, ist am 10. Jänner 2019 im 77. Lebensjahr verstorben. Der Betriebs- und Sozialwirt war von 1985 bis 2012 Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender der RLB OÖ. Unter seiner Führung wurde neben einem starken Kerngeschäft insbesondere der Beteiligungsbereich massiv ausgebaut, ließ Oberösterreichs größtes Finanzinstitut in einer Aussendung wissen. So gehe das Engagement bei wesentlichen österreichischen Leitbetrieben, bei denen die RLB OÖ „bis heute die Funktion eines stabilen Kernaktionärs erfüllt“, auf Scharinger zurück.

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Raiffeisensektor geprägt

„Unter der Führung von Ludwig Scharinger hat die Raiffeisenlandesbank OÖ eine außergewöhnliche Entwicklung genommen. Er hat darüber hinaus den oberösterreichischen, aber auch den österreichischen Raiffeisensektor wesentlich geprägt. Das wird immer mit ihm verbunden bleiben“, so RLB OÖ-Aufsichtsrats-präsident Jakob Auer und RLB OÖ-Generaldirektor Heinrich Schaller, die im Namen des gesamten Aufsichtsrates, des Vorstandes sowie der Mitarbeiter der RLB OÖ der Familie von Ludwig Scharinger ihr tiefes Mitgefühl aussprachen.

Scharinger wurde am 19. Oktober 1942 in Arnreit im Mühlviertel geboren. Als ältestes von sieben Kindern war er als Hofübernehmer vorgesehen. Nach einem Motorradunfall während der Bundesheerzeit, bei dem der rechte Fuß verletzt wurde, war dies nicht mehr möglich. In der Folge absolvierte Scharinger ein Studium in Wieselburg und anschließend das Studium der Sozial- und Betriebswirtschaft an der Johannes Kepler Universität in Linz. Sein Eintritt in die RLB erfolgte im Jahr 1972. 1974 wurde ihm die Prokura verliehen und bereits 1978 wurde er in die Geschäftsleitung berufen.
Ein Jahr nach seinem Rückzug von der Landesbank-Spitze (2013) hatte der begnadete Netzwerker – er war unter anderem auch Vorsitzender der Österreichisch-Russischen Gesellschaft – bei einem Sturz nach einem Jagdausflug in Sibirien (Jekaterinburg) lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitten, von denen er weitgehend genesen war. In den Ermittlungen rund um Geldflüsse bezüglich des Linzer Terminal Towers wurde er angeklagt, wurde aber als nicht verhandlungsfähig eingestuft.

Zahlreiche Ehrungen

Der Verstorbene war hochdekoriert: So wurde er unter anderem mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes OÖ, dem Ehrenring der Stadt Linz und dem Ehrenring seiner Heimatgemeinde Arnreit ausgezeichnet. Darüber hinaus war er Träger des Goldenen Giebelkreuzes der Raiffeisenlandesbank OÖ und der Raiffeisenbankengruppe Österreich. Scharingers Freundschaft kannte keine Parteigrenzen. Der Manager stand zwar der ÖVP nahe, pflegte aber eine jahrzehntelange Freundschaft zum Linzer Ex-Bürgermeister Franz Dobusch. Selbiges gilt für seine Freundschaft zu dem ehemaligen WKO-Präsidenten und nunmehrigen Eurochambres-Präsidenten Christoph Leitl. Entsprechend zahlreich waren die Beileidsbekundungen. Bundeskanzler Sebastian Kurz kondolierte ebenso wie Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck. Für LH Thomas Stelzer und Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner hinterließ Scharinger „im ganzen Land bleibende Spuren“.

Scharinger war verheiratet und Vater von vier Töchtern. In jungen Jahren zog er als Musikant mit einer Kapelle durchs Land und griff auch später immer gerne zur Trompete. Eine weitere Leidenschaft war die Jagd. Zudem war er Mitglied der katholischen Studentenverbindungen Austro-Danubia Linz und Severina Linz.

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