EZB fordert von Regierungen mehr Geld gegen Coronavirus

Die Europäische Zentralbank (EZB) fordert von den europäischen Regierungen verstärkte Ausgaben im Kampf gegen die Coronavirus-Krise. Es müsse finanzpolitisch eine “ambitionierte und abgestimmte” Antwort geben, sagte EZB-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag in Frankfurt. Die Pandemie sei ein großer Schock für die Wirtschaft und werde entsprechend einen starken Einfluss auf die Konjunktur haben.

Die EZB werde ihren Beitrag leisten und private Haushalte sowie Firmen unterstützen, so Lagarde. Unmittelbar davor hatte die Euro-Notenbank ein Hilfsprogramm bekanntgegeben, das im Wesentlichen aus zusätzlichen Unterstützungen für den Bankensektor und günstigere Kredite für kleine und mittlere Unternehmen konzentriert. Darüber hinaus weitet die EZB ihre Wertpapierkäufe bis Jahresende um 120 Milliarden Euro aus. Die Käufe sollen sich auf den privaten Sektor, also Unternehmensanleihen, konzentrieren

Die EU-Kommission hat einen Hilfsfonds über 25 Milliarden Euro angekündigt. Die Pandemie, die ihren Ursprung in China hat, mittlerweile aber auch in zahlreichen europäischen Ländern wütet, trifft viele Branchen zur Unzeit, da die europäische Konjunktur bereits schwächelt. Viele Volkswirte rechnen damit, dass die deutsche Wirtschaft im ersten Halbjahr in eine Rezession rutschen wird.

Ihre Leitzinsen belässt die EZB trotz der Coronavirus-Krise unverändert. Den Schlüsselzins zur Versorgung der Institute mit Geld beließ die EZB bei 0,0 Prozent. Bereits seit März 2016 liegt er auf diesem Rekordtief. Auch den Einlagensatz hielten sie auf dem bisherigen Niveau von minus 0,5 Prozent. Banken müssen damit weiterhin Strafzinsen zahlen, wenn sie über Nacht überschüssige Gelder bei der Notenbank horten. Allerdings gibt es inzwischen für die Institute Freibeträge.

Wegen der Virus-Pandemie hatten bereits andere große Zentralbanken ihre Geldpolitik gelockert. In den USA senkte die Federal Reserve ihren Leitzins deutlich um einen halben Prozentpunkt. Die Bank von England kappte ihre Leitzinsen ebenfalls in diesem Umfang. Von den Währungshütern in Japan wird für kommende Woche ebenfalls eine Lockerung der Geldpolitik erwartet.

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Die Europäische Bankenaufsicht EBA unterstützt den Finanzsektor im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise. Die Aufseher verkündeten am Donnerstag ein Maßnahmenpaket, um den Banken und damit letztlich den Unternehmen als Kreditnehmern unter die Arme zu greifen. Dazu gehören Erleichterungen bei den Kapitalanforderungen der Banken, erklärte die Bankenaufsicht. Die Geldhäuser könnten die Kapital- und Liquiditätspuffer voll nutzen. Der für dieses Jahr geplanten Banken-Stresstest wird verschoben.

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